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Seniorin fällt auf Gewinnspiel-Betrug rein

Eine 76-Jährige aus dem Landkreis Görlitz soll über 100.000 Euro gewonnen haben. Das kostete sie einen fünfstelligen Betrag. In Löbau ging ein Fall glimpflich aus.

Symbolbild
Symbolbild © Karl-Josef Hildebrand/dpa

Eine Rentnerin aus Niesky ist auf einen Gewinnspiel-Betrug hereingefallen. Vorigen Mittwoch erhielt die 76-Jährige den ersten Anruf. Eine Frau gab sich als Mitarbeiterin einer Hotline aus. Sie teilte der Seniorin mit, dass diese über 100.000 Euro gewonnen habe.

Um das Geld zu erhalten, sollte die Nieskyerin Geschenkkarten im Wert von 200 Euro erwerben. "Das hat sie auch gemacht", berichtet Franziska Schulenburg von der Polizeidirektion Görlitz. Am Folgetag kam der nächste Anruf. Dieses Mal teilte ihr die Frau am Telefon mit, eine Transfergebühr von 4.000 Euro zu überweisen. "Auch das tat sie", so die Polizeisprecherin. Damit nicht genug, klingelte am Montag wieder das Telefon. Der Grund: Auf ihren Gewinn werden Steuern von über 10.000 Euro fällig. "Die Seniorin überwies den Betrag", sagt Franziska Schulenburg. Und das, obwohl sich aufgrund der Höhe die Bank bei ihr meldete. "Doch sie bejahte, dass alles korrekt sei."

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Am Mittwoch dann kam erneut ein Anruf. Dieses Mal sollte die Nieskyerin eine Bürgschaft von 10.000 Euro übernehmen. Wieder wollte die 76-Jährige den Betrag überweisen. Doch als sie mit der Überweisung an den Bankschalter ging, teilte die Mitarbeiterin ihre Zweifel mit. "Erst da wurde der Frau bewusst, dass sie Opfer eines Betruges geworden ist", sagt die Sprecherin. Am Donnerstagvormittag meldete sie den Fall der Polizei. Zur Überweisung kam es nicht mehr.

Strafe wegen tödlichem Unfall

In Löbau rettete eine gescheiterte Geldübergabe am Donnerstagnachmittag eine 81-Jährige vor dem Verlust ihrer Ersparnisse. Betrüger riefen die Seniorin zur Mittagszeit auf ihrem Handy an und gaben sich als Mitarbeiter des Bundeskriminalamts aus. "Sie schilderten einen Unfall ihrer vermeintlichen Tochter, die einen polnischen Radfahrer zu Tode gefahren haben sollte", berichtet Franziska Schulenburg. "Im Hintergrund weinte eine Frauenstimme." Die Rentnerin sollte die Strafe von mehreren tausend Euro abheben und am Bahnhof einer Person übergeben. Sie stand schließlich mit dem Geld in der Tasche am Bahnhof - aber niemand kam. Am Abend informierte sie ihre Tochter. Diese wendete sich sofort an die Polizei.

"Diese Woche ist es zu mehreren solcher Betrugsanrufe gekommen", schildert die Sprecherin. Erst am Montagnachmittag erfuhr die Polizei von einem Fall aus Hochkirch. Ende 2020 rief eine unbekannte Frau den 76-Jährigen an. Sie gaukelte ihm vor, von der Firma Bertelsmann zu sein und stellte einen Gewinn von 150.000 Euro in Aussicht. Um die Summe zu erhalten, sollte er vorab einige Zahlungen veranlassen. Mit diesen beglich er die vermeintliche Gewinn- sowie die Transfersteuer. Der Mann überwies mehrere 10.000 Euro.

Franziska Schulenburg warnt davor, auf Geldforderungen von Fremden einzugehen. Niemand sollte Beträge überweisen und übergeben, ohne vorher mit Angehörigen, Bankangestellten oder Polizisten gesprochen zu haben. Immer wieder versuchen es Betrüger mit Gewinnversprechen oder gaukeln vor, ein Verwandter sei an Corona erkrankt und brauche Geld für ein Medikament. In einigen Fällen täuschen Kriminelle vor, eine nahestehende Person habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Damit sie nicht ins Gefängnis kommt, sei eine vermeintliche Kaution oder eine Strafe bei Polizei oder Staatsanwaltschaft zu bezahlen. "Diese Stichworte sollten sofort die Alarmglocken schrillen lassen", so die Polizeisprecherin.

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