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Paket-Masche per SMS: So schützen Sie sich

Die Polizei warnt: Betrüger versuchen derzeit, über eine SMS an sensible Daten zu gelangen. Wie Sie die Nachrichten erkennen und sich schützen können.

Die Polizei warnt: Auf keinen Fall sollten Links von unbekannten Absendern angeklickt werden.
Die Polizei warnt: Auf keinen Fall sollten Links von unbekannten Absendern angeklickt werden. © Sebastian Gollnow/dpa

Mit einer SMS, die eine Paketzustellung vorgaukelt, wollen Kriminelle Handys kapern. Zahlreiche Nutzer klagen in den sozialen Netzwerken derzeit über Nachrichten von vermeintlichen Paketdiensten. "Bekomme mehrere am Tag", schreibt etwa ein Twitter-Nutzer. "Frage mich, wie meine Nummer in diesem Spam-Verteiler gekommen ist."

Bereits zur Weihnachtszeit kursierten derartige SMS, seit Anfang März tritt die Masche verstärkt auf - unter anderem im Kreis Bautzen. Experten vermuten, dass die jüngste Veröffentlichung einiger Informationen von mehr als einer halbe Milliarde Facebook-Nutzern in Europa zu einer Verschärfung der SMS-Spam-Welle geführt haben könnte.

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Inzwischen hat auch DHL über Twitter auf die Betrugsmasche reagiert: "Derzeit kursieren Betrugs-SMS, deren Absender sich als Deutsche Post oder DHL ausgeben. Diese SMS sind NICHT von uns! Bitte klickt nicht auf den darin angegebenen Link."

Wie lassen sich die Betrugs-SMS erkennen? Und wie kann ich mich schützen?

Was steht in den Nachrichten?

Auf den ersten Blick wirken die verschickten SMS täuschend echt: "Ihr Paket kommt an, verfolgen Sie es hier", steht etwa in der Nachricht. Oder: "Ihre Bestellung wird von unserem Logistikpartner geliefert. Zu Ihrer Sendungsverfolgung." Es folgt ein angeblicher Tracking-Link. Nicht alle der mitgeschickten Links sind dabei direkt als Spam identifizierbar. Häufig beinhalten die Nachrichten seriös wirkende URLs.

Was passiert, wenn man auf den Link klickt?

Wer auf den Link in der Nachricht klickt, kann nicht nur Hunderte Euro loswerden, weil von diesem Telefon aus dann zahlreiche SMS verschickt werden, teilte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg bereits im März mit. Es seien auch sensible Daten in Gefahr, um die es den Betrügern wirklich geht: die Passwörter. Im März betraf die Betrugsmasche noch vorwiegend Android-Nutzer. Inzwischen sind auch iOS-Nutzer betroffen.

Die SMS-Nachricht sei das Einfallstor, um eine Schadsoftware zu verbreiten, erklärte der Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, Ralf Michelfelder. Nach Klick auf den Link werde dazu aufgefordert, die Installation fremder Inhalte zu erlauben.

Wer das tut, bei dem schnappt die Falle zu: Die Kriminellen kapern das Smartphone und verschicken zahlreiche SMS. Nutzer ohne Flatrate habe das schon eine dreistellige Euro-Summe gekostet, so das LKA. Eigentlich wollen die Kriminellen mit der Masche aber an Passwörter kommen, um damit zum Beispiel Gutscheine in App-Stores zu kaufen und diese wie Bargeld zu verwenden.

Wie kann ich mich schützen?

Die Polizei warnt: Auf keinen Fall sollten Links von unbekannten Absendern angeklickt werden. Android-Nutzer sollten unbedingt die Möglichkeit deaktivieren, dass fremde Apps installiert werden können. Android-Geräte seien besonders gefährdet, da hier - anders als bei Apple-Geräten - eine Fremdinstallation von Apps prinzipiell möglich sei. Beim Mobilfunkprovider sollte zudem unbedingt eine kostenlose Drittanbietersperre eingerichtet werden. Sie kann kostenlos über den jeweiligen Service gebucht werden.

iPhone-Nutzern rät das Landeskriminalamt Niedersachsen dringend zu einem Update auf das aktuellste Betriebssystem iOS 14.4.2.

Auch iPhone-Nutzer bekommen zunehmen SMS, in denen es um eine vermeintliche Paketabholung oder -zustellung geht.
Auch iPhone-Nutzer bekommen zunehmen SMS, in denen es um eine vermeintliche Paketabholung oder -zustellung geht. ©  privat

Was sollte ich tun, wenn ich bereits auf den Link geklickt habe?

Wer bereits auf den Link geklickt hat und die Schadsoftware installiert hat und nun massenweise SMS erhält und möglicherweise sogar selbst versendet, sollte sein Smartphone in den Flugmodus schalten, raten die Ermittler des LKA Niedersachsen. "Informieren Sie Ihren Provider." Weiter sollte die Drittanbietersperre eingerichtet werden. "Prüfen Sie ob durch die SMS bereits Kosten zu Ihrem Nachteil verursacht wurden."

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Zudem sollte umgehend Anzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle erstattet werden. "Starten Sie Ihr Smartphone im abgesicherten Modus und schauen Sie, welche Apps zuletzt/nicht bewusst von Ihnen installiert wurden", so die Polizei. Diese Apps könnten dann entfernt und das Smartphone neu gestartet werden. Weitere Tipps hat das LKA Niedersachsen hier gesammelt.

Sicherheitsbehörden mehrerer Bundesländer setzen sich derzeit mit dieser Betrugsmasche auseinander. Auch das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sind involviert. (SZ/hej/mit dpa)

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