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Baum brennt: Bienenvolk in Lebensgefahr

Die Feuerwehr hat am Donnerstagabend in Kunnersdorf nicht nur einen Brand löschen müssen, sondern auch Tiere retten. Wie der Einsatz ausging.

Der verkohlte Baum.
Der verkohlte Baum. © Ortsfeuerwehr Bernstadt

Marode ist der Baum am Kirchwehr in Kunnersdorf schon länger gewesen. Doch das Feuer am Donnerstagabend hat ihm den Rest gegeben. Die Bernstädter Kameraden mussten deshalb gegen 20 Uhr ans Ufer der Pließnitz ausrücken.

"Der schon leicht marode Baum hat oberhalb der Wurzeln ein Loch, in dem das Feuer ausgebrochen sein muss", sagt Andres Hübner, Einsatzleiter an dem Abend. Die acht Kameraden konnten den Brand löschen, mussten allerdings auch zur Kettensäge greifen. Doch mit dem Fällen der Erle war der Einsatz immer noch nicht beendet, denn in dem Loch befand sich ein Wildbienenstock.

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Der Baum an der Pließnitz musste gefällt werden.
Der Baum an der Pließnitz musste gefällt werden. © Ortsfeuerwehr Bernstadt

Nur wenige Bienen flogen kreuz und quer durch die Luft. Im Inneren des Baumes bildete sich eine Rauchwolke. "Das war für die Bienen lebensgefährlich", sagt Andreas Hübner. Wie der Zufall aber so will, ist Stadtwehrleiter Daniel Seitz auch Imker. Mithilfe eines Imker-Besens fing er die Bienen ein und packte sie in Imker-Kästen. "Wir hoffen, dass er die Königin auch erwischt hat", so Einsatzleiter Hübner.

Ein Großteil der Bienen konnte aber nicht gerettet werden. "Mehr als 90 Prozent sind leider schon tot", berichtet Andreas Hübner. Den Baum und die Imker-Kästen haben die Kameraden erstmal vor Ort liegen gelassen. "Falls die Bienen überleben sollten, wird der Imker versuchen ein Volk daraus zu machen", sagt er. "Aber es sieht aktuell nicht gut aus und wenn die Königin fehlt, war's das sowieso."

Insgesamt entstand durch den Brand in Kunnersdorf ein Sachschaden von 3.000 Euro. Die Polizei ermittelt nun wegen Brandstiftung. 22 Uhr kehrten die Mitglieder der Ortsfeuerwehr wieder ins Gerätehaus zurück. "Es war zwar kein großer Einsatz, aber das werde ich so schnell nicht vergessen", meint Hübner. "Denn mit Imkerschürze habe ich hier auch noch nie jemanden gesehen."

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