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Corona: "Stiller Protest" verliert an Zugkraft

Die Demo hat erstmals seit Monaten weniger als 200 Teilnehmer an die B96 gelockt. Insbesondere in Oppach beruhigt sich die Lage.

Fast ein Jahr ist dieses Bild alt: Damals standen weitaus mehr Teilnehmer an der Erntekranzbaude als vorigen Sonntag.
Fast ein Jahr ist dieses Bild alt: Damals standen weitaus mehr Teilnehmer an der Erntekranzbaude als vorigen Sonntag. © Sebastian Kahnert/dpa

Der "Stille Protest" entlang der B96 ist geblieben, aber erreicht nicht mehr so viele Anhänger wie noch vor Wochen. Erstmals seit dem 22. Februar haben wieder weniger als 200 Kritiker der Corona-Politik von Zittau bis Oppach teilgenommen. Damals registrierte die Polizei 130 Menschen. Am vergangenen Sonntag kamen 195 zusammen - und damit 30 weniger als die Woche zuvor.

Selbst Oppach als bisheriger herausragender Hotspot hat sich inzwischen anderen Gemeinden angeglichen - von den Zahlen her. Zusammen mit Friedersdorf und Neusalza-Spremberg standen nach Angaben der Beamten noch 65 Teilnehmer an der B96. Davon sahen die Polizisten mehr als die Hälfte in Oppach. Dahinter folgten dieses Mal Eibau (42), Ebersbach (40), Oderwitz (28), Zittau (15) und Mittelherwigsdorf (5).

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Im gesamten Revierbereich Bautzen kamen am Sonntag hingegen erneut mehr "stille Protestler" als eine Woche zuvor zusammen: Dort stieg die Zahl von 101 auf 112. In Hoyerswerda haben die Polizisten schon seit Wochen keine Teilnehmer mehr angetroffen. Die Demo an der Dresdner Straße in Zittau zum Thema "Wahrung unserer Grundrechte" war als einzige angemeldet. Dort zeigte einer ein Plakat, auf dem stand "Corona-Diktatur stoppen".

Die Beamten zählten insgesamt 60 Flaggen. "Keine hatte eine strafrechtliche Relevanz", so Sprecher Sebastian Ulbrich. Auch sonst mussten die Beamten dieses Mal weniger beachten. Grund ist die neue Corona-Schutzverordnung, wonach angesichts der niedrigen Inzidenz-Zahlen von unter 10 im Landkreis Görlitz keine Maskenpflicht mehr bei Veranstaltungen unter freiem Himmel herrscht - auch wenn diese wie im Fall des "Stillen Protests" unangemeldet sind. Deshalb gab's dieses Mal wieder eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

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