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Deutschland & Welt

Messerstecher von Erfurt gefasst

Die Polizei fand einen 32-Jährigen verletzt in seiner Wohnung. Der Mann soll zwei Menschen angegriffen und verletzt haben. Er wurde festgenommen.

Eine Straßenbahn fährt in die Haltestelle Färberwaidweg in Erfurt ein.Dort wurden am Morgen zwei Menschen mit einem Messer angegriffen und verletzt.
Eine Straßenbahn fährt in die Haltestelle Färberwaidweg in Erfurt ein.Dort wurden am Morgen zwei Menschen mit einem Messer angegriffen und verletzt. © Michael Reichel/dpa

Erfurt. Ein Mann verletzt zwei Männer mutmaßlich mit einem Messer schwer und flüchtet zunächst unerkannt: Nach einer großangelegten Fahndung hat die Polizei einen 32 Jahre alten Verdächtigen in seiner Wohnung in Erfurt festgenommen. Der Mann sei wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten bekannt und in der Vergangenheit bereits psychisch auffällig gewesen, teilte die Polizei am Montag mit. Die Beamten fanden den Verdächtigen verletzt in seiner Wohnung. Die Verletzungen habe er sich vermutlich selbst zugefügt, hieß es.

Er soll am Montagmorgen im Erfurter Stadtteil Wiesenhügel zwei Männer wohl mit einem Messer attackiert und dabei schwer verletzt haben. Die beiden 45 und 68 Jahre alten Männer erlitten Schnittwunden und wurden in Krankenhäusern behandelt und operiert. Lebensgefahr bestand bei beiden nicht.

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Der mutmaßliche Täter war zunächst unerkannt geflüchtet. Die Polizei setzte unter anderem einen Polizeihubschrauber und einen Fährtenhund ein, um den Täter aufzuspüren. Am Ende war es aber Ermittlungsarbeit, die die Beamten zu einem Verdächtigen führte. Am Montagnachmittag wurde schließlich der 32-Jährige ausfindig gemacht und festgenommen. Für die Festnahme kam eine Spezialeinheit des Landeskriminalamtes zum Einsatz. Der 32-Jährige kam wegen seiner Verletzungen zunächst in ein Krankenhaus.

Polizeiabsperrband liegt in Abfallkorb an der Straßenbahn-Haltestelle Färberwaidweg.
Polizeiabsperrband liegt in Abfallkorb an der Straßenbahn-Haltestelle Färberwaidweg. © dpa/Michael Reichel

Die Tat erinnerte teils an ein anderes blutiges Ereignis, das sich erst am Freitag im bayerischen Würzburg abgespielt hatte: Ein 24 Jahre alter Somalier erstach dort drei Frauen mit einem Messer und verletzte sieben weitere Menschen - fünf davon lebensgefährlich. Er wurde festgenommen und ist in Untersuchungshaft. Womöglich war der Täter geistig verwirrt oder ist psychisch krank, wie Ermittler seit der Attacke immer wieder zu bedenken geben. Es wird aber auch geprüft, ob islamistische Einstellungen zur Tat beigetragen haben könnten.

In Erfurt schließt die Polizei ein politisches Tatmotiv bisher aus. Sowohl die Opfer als auch der mutmaßliche Täter seien Deutsche. Die Hintergründe der Gewalttat sind demnach noch völlig unklar. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kannten sich Täter und Opfer nicht. Möglicherweise wählte der Mann die beiden Männer willkürlich aus. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung. (dpa)

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