merken
PLUS Zittau

Gemeinsam gegen illegale Migration

Polizisten aus Ebersbach und Liberec haben den ersten Fahndungseinsatz hinter sich - ausgerüstet mit Spezialtechnik. Was dabei herauskam.

Sieben Stunden im Einsatz: Tschechische Polizisten und deutsche Bundespolizisten haben am Mittwoch nach Schleusern und illegalen Migranten Ausschau gehalten.
Sieben Stunden im Einsatz: Tschechische Polizisten und deutsche Bundespolizisten haben am Mittwoch nach Schleusern und illegalen Migranten Ausschau gehalten. © Bundespolizei

Im Kampf gegen die illegale Migration haben tschechische und deutsche Polizisten erstmals gemeinsam nach Schleusern und Co. gefahndet. Am Mittwoch standen Beamte dazu von 10 bis 17 Uhr bei Liberec (Reichenberg) und Cvikov (Zwickau).

Zehn Beamte der Bundespolizeiinspektion Ebersbach sowie weitere der Bezirksdirektion Liberec stoppten hier über 80 in Richtung Grenze fahrende Fahrzeuge und kontrollierten knapp 100 Personen. Vor allem Lkw und Transporter standen im Fokus. Aber auch die Ergreifung gesuchter Straftäter und die Gewinnung von Erkenntnissen aus der internationalen Zusammenarbeit.

Anzeige
Ferientipps für Sachsen und Umgebung
Ferientipps für Sachsen und Umgebung

Da ist sie endlich wieder, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben tolle Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen, Thüringen und darüber hinaus.

Die Tschechen setzten unter anderem Herzfrequenz-Erkennungstechnik ein. Damit können etwaige Personen auf Ladeflächen und in verschlossenen Laderäumen überführt werden, teilt Alfred Klaner von der Bundespolizei mit. Am Ende fanden die Beamten keinerlei Schleuser und illegale Migranten.

Allerdings stellten sie mehrere anderweitige Verstöße fest. So kontrollierten die Polizisten beispielsweise einen Transporter, mit dem ein Rumäne nach Deutschland wollte. Das Problem: Dort hat er Fahrverbot, in Tschechien hingegen nicht. "Wir haben seither auf das Fahrzeug geachtet, aber bisher nichts feststellen können", so der Bundespolizei-Sprecher. Zudem durfte ein Fahrer nicht mehr ans Steuer, nachdem die Beamten bei ihm Alkohol rochen und den Konsum nachweisen konnten. Vorerst nicht mehr weiter durfte auch ein Lkw-Fahrer, weil er die Lenk- und Ruhezeiten nicht einhielt.

"Die Kommunikation zwischen deutschen und tschechischen Polizisten klappte aufgrund gerade laufender Sprachkurse sowohl auf kollegialer als auch auf fachlicher Ebene schon gut", berichtet Alfred Klaner. "Dies vereinfachte die Zusammenarbeit immens."

Beide Seiten planen für die Zukunft weitere gemeinsame Einsätze im Grenzgebiet, die über die seit Jahren gemeinsame Streifen hinausgehen. Durch die Corona-Pandemie waren aber auch die monatelang ausgesetzt. Erst seit Juni geht's wieder zusammen auf Streife.

Hinter dem Dienst in den gemischten Einheiten steckt ein Projekt, bewilligt von der Europäischen Kommission im August 2019. Das koordinieren die deutsche Bundespolizei mit Sitz in Potsdam und das tschechische Polizeipräsidium Prag. Die Maßnahme soll ein wirksamerer Schutz entlang an der tschechisch-polnisch-deutschen Grenze sein mit dem Ziel, Kriminalität zu verhindern.

Das Projekt fördert auch genannte Sprachkurse. Für die gemeinsamen Patrouillen wird noch das ehemalige Zollamt in Hrádek (Grottau) neu hergerichtet. Das Gebäude gehört der Stadt und nun steht die Sanierung an. Zurzeit läuft die Ausschreibung. Das Vorhaben soll zehn Millionen Kronen (250.000 Euro) kosten. Die Region Liberec unterstützt es finanziell.

Mehr zum Thema Zittau