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Hobbyjäger bringt Einbrecher hinter Gitter

Mit einer Wärmebildkamera beobachtet der Zeuge mehrere Kriminelle auf frischer Tat. Einer der Männer hat bereits ein langes Vorstrafenregister, das noch länger wird.

Symbolbild: Einbrecher in der Nacht.
Symbolbild: Einbrecher in der Nacht. © Silas Stein/dpa

Von Friederike Hohmann

Es war kalt an diesem Abend am 14. Dezember letzten Jahres, an dem ein 42-Jähriger aus Liebstadt mit seinem Hund eine Runde durch den Ort dreht. Alles ist wie immer - bis der Mann verdächtige Geräusche an einem Garagenkomplex hört.

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Weil der Hobbyjäger seine Wärmebildkamera dabei hat, kann er beobachten, wie drei Personen mit einem länglichen Gegenstand eine Garage aufbrechen und darin verschwinden. Sofort ruft der Zeuge die Polizei und beobachtete das Geschehen weiter. Er sieht unter anderem, wie ein Anhänger aus der Garage geschoben wird. Als die Polizei kommt, sieht er die Einbrecher in unterschiedliche Richtungen davonrennen. Ein Auto, vermutlich das Fluchtfahrzeug, brettert davon. Einer der Täter läuft in Richtung eines Baches, der ganz in der Nähe vorbeifließt.

Flucht vor der Polizei endet durchnässt auf einem Feld

Die Polizisten aus dem Pirnaer Revier bekommen noch Unterstützung durch die Bundespolizei, die schließlich mithilfe eines Nachtsichtgerätes den auf einem Feld liegenden, völlig durchnässten und vor Kälte klappernden Ladislav S. entdecken. Die anderen beiden Kriminellen sind dagegen entkommen.

Die Polizisten finden vor Ort auch den Anhänger, den das Fluchtauto verloren hatte. Darauf befindet sich ein Teil des Diebesgut aus den insgesamt sieben aufgebrochenen Garagen. Andere Gegenstände hatten die Einbrecher zum Verladen bereitgestellt. Darunter sind Snowboards, verschiedene Werkzeuge, ein Notstromaggregat und Fahrradträger. Alles zusammen hat einen Wert von knapp 3.700 Euro.

Ladislav S. war erst wenige Wochen zuvor vom Amtsgericht Bautzen unter anderem wegen Fahrraddiebstahls zu einer fünfmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die erste Strafe in Deutschland hatte im Juni 2020 das Amtsgericht Pirna gegen ihn verhängt, weil er am Diebstahl eines Simson-Mopeds und von zwei Fahrrädern beteiligt gewesen war.

Fingerabdrücke an gestohlenem Münzautomaten

Zwei weitere seiner Taten, die jetzt in Pirna verhandelt wurden, lagen nur wenige Wochen nach der ersten Verurteilung. Ende Juli 2020 verschwand auf der Burg Hohnstein ein Automat, an dem Touristen nach Einwurf von zwei Euro eine goldfarbene Münze als Souvenir erhalten. An dem Automaten, der später von Wanderern in einem Waldstück gefunden wurde, fanden Kriminalisten einen Fingerabdruck von Ladislav S.

Etwa eine Woche später verschwanden zudem vier Fahrräder vor dem Hotel Saxonia in Bad Schandau. Auf den Aufnahmen der dortigen Überwachungskamera ist neben einem weiteren Mann auch Ladislav S. deutlich zu erkennen. Der 29-Jährige gibt vor Gericht den Fahrraddiebstahl wie auch die Mitwirkung am Einbruch in die Garagen in Liebstadt unumwunden zu.

Den Diebstahl des Münzautomaten, der einen Wert von rund 5.000 Euro haben soll, streitet er allerdings ab. Für den Fingerabdruck im Inneren des Gerätes hat der aus Tschechien stammende Mann eine abenteuerliche Begründung. Im Sommer sei er mit einer Bekannten, deren Namen er nicht mehr weiß, zufällig mit dem Auto in der Gegend unterwegs gewesen. Sie hätte gehalten, weil er austreten musste. Dabei hätte er den im Wald liegenden Münzautomaten entdeckt, ihn untersucht und dabei vier Euro im Inneren gefunden. Das glauben ihm aber weder der Staatsanwalt noch das Gericht.

Mehrfach vorbestraft in Tschechien

Ladislav S. ist in Tschechien mehrfach vorbestraft und saß dort von 2015 bis 2019 im Gefängnis. Seit den Garageneinbrüchen im Dezember sitzt der Vater von drei Kindern im Alter von sechs, sieben und zehn Jahren in der JVA Bautzen in Untersuchungshaft. Das Pirnaer Gericht verurteilt ihn nun zu einer Strafe von insgesamt zwei Jahren und acht Monaten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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