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Familiendrama: Ehepaar stirbt in Liberec

In einer Bäckerei hat ein Mann erst seine Frau und Betreiberin des Ladens erschossen, danach die Waffe auf sich gerichtet. Voraus ging wohl ein Streit.

Symbolbild
Symbolbild © Oliver Killig/dpa

Vor der Bäckerei und Konditorei von Jana Jahůdka in der Ruprechtická-Straße in Liberec (Reichenberg) haben Menschen Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. An der Tür hängt ein handgeschriebenes Schild, dass der Laden bis zum 25. Mai geschlossen bleibt. Auch über die eigene Facebook-Seite folgte eine entsprechende Information - mit Verweis auf eine Familientragödie.

Die hat sich am Sonntagnachmittag an der Adresse des Geschäfts abgespielt, bei der zwei Menschen ums Leben kamen. Der Ehemann der Bäckerei-Betreiberin erschien dort kurz nach 16 Uhr. Laut dem Nachrichtenportal CNN Prima News erschoss er sie, richtete seine Waffe anschließend auf sich - und drückte ab. Als Grund nennt die Polizei Familienstreitigkeiten. Das Paar wollte sich wohl scheiden lassen.

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Wie auf dem Nachrichtenportal idnes.cz zu lesen ist, sollen die Familienstreitigkeiten mit dem Geschäft des Mannes in Verbindung stehen. Er war Geschäftsführer von SPM Liberec, das Ausrüstung für Soldaten herstellt. Laut dem Portal wird auch die tschechische Armee von der Firma ausgestattet. "Als ich dort arbeitete, boomte das Unternehmen", berichtet ein ehemaliger Mitarbeiter gegenüber idnes.cz. "Nachdem ich ging, war alles festgefahren." Nach seiner Auskunft ist der Ehemann ein leidenschaftlicher Waffenliebhaber gewesen, ein Fan des Schießens. Er trainierte mit Schützen und auch seine Stieftochter Libuše Jahodová , die sich in der Skeet-Disziplin (Tontaubenschießen) den Weg zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro erkämpfte.

Während die 49-Jährige noch am Tatort ihren Verletzungen erlag, kam der Mann mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Doch auch er starb dort noch in der Nacht. "Kriminalpolizisten haben sich eine legal verwendete Kleinwaffenwaffe gesichert, die sie nun einer Expertenprüfung unterziehen werden", sagt Polizeisprecher Vojtěch Robovský. Zudem ist eine gerichtliche Autopsie angeordnet. Aufgrund der laufenden Untersuchung und des eingeleiteten Strafverfahrens wegen des Verdachts der Begehung eines besonders schweren Mordverbrechens kann er derzeit keine weitere Informationen liefern.

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über das Thema Suizid, außer es erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800 1110111 und 0800 1110222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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