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Trickbetrüger schlagen erneut zu: 4.600 Euro in Dresden erbeutet

Whatsapp-Betrug: Mehr als 100 erfolgreiche Fälle in Dresden, schon über 300.000 Euro gestohlen. Dennoch sind die Betrüger immer wieder erfolgreich. Was rät die Polizei?

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Die Betrugshandlungen erfolgten fast ausschließlich über WhatsApp. Insgesamt erbeuteten die Täter ein Vermögen von mehr als 312.000 Euro ein.
Die Betrugshandlungen erfolgten fast ausschließlich über WhatsApp. Insgesamt erbeuteten die Täter ein Vermögen von mehr als 312.000 Euro ein. © Symbolfoto: dpa/Zacharie Scheurer

Dresden. Unbekannte haben eine 61-jährige Frau und einen 70-jährigen Mann am Handy um insgesamt rund 4.600 Euro betrogen.

Die Unbekannten meldeten sich über einen Messengerdienst bei dem 70-Jährigen und gaben sich als sein Sohn aus. Sie behaupteten, dass dessen Handy kaputt wäre, weshalb er sich eines anderen Handys mit neuer Nummer bediente. Sie forderten Geld zur Begleichung von Rechnungen. Der Mann überwies rund 2.300 Euro. Später wurde er misstrauisch, sprach mit seiner Bank sowie seinem tatsächlichen Sohn und erkannte den Betrug. Diesen zeigte er am Montag bei der Polizei an.

Betrüger waren in Dresden schon über 100 Mal erfolgreich

Diese Masche ist der sogenannte digitale Enkeltrick. Die Polizei teilt dazu mit, dass allein bis Ende November letzten Jahres insgesamt 329 Fälle der Betrugsmasche registriert wurden. Dabei waren die Täter in 112 Fällen erfolgreich, bei 212 Fällen handelt es sich um Betrugsversuche. Allein im November gab es in Dresden 50 solcher Betrugsversuche. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein.

Die Betrugshandlungen erfolgten fast ausschließlich über WhatsApp. Insgesamt erbeuteten die Täter ein Vermögen von mehr als 312.000 Euro ein.

Gleich verlief es bei der 61-Jährigen. Sie erhielt eine Kurznachricht auf ihr Handy, in der sich Unbekannte als ihr Sohn ausgaben. Dieser hätte ein neues Smartphone und daher auch eine neue Nummer. In der weiteren Konversation, die über einen Messengerdienst lief, verlangten die Täter die Überweisung von Geld, um Rechnungen zu bezahlen. Die Frau überwies rund 2.300 Euro. Später hörte sie von der Betrugsmasche und erkannte, dass sie betrogen worden war. Sie zeigte den Betrug am Montag bei der Polizei an.

Die Polizei rät zur Vorsicht

Die Polizei weist darauf hin, dass Polizisten und Staatsanwälte niemals Geld per Telefon fordern. Außerdem sei es wichtig, misstrauisch zu bleiben und die eigenen Angehörigen zu kontaktieren. Im Verdachtsfall sollte man außerdem immer die Polizei informieren.

"Die Täter sitzen oft im Ausland. Das macht es schwer, die Fälle aufzuklären", räumt Volker Gulitz, der Leiter des Kriminaldienstes des Polizeireviers Dresden-Mitte ein. Hilfreich für die Polizei ist, wenn die Betroffenen die Kontonummer haben, an die sie das Geld überweisen sollten.

Dafür ist es wichtig, dass Betroffene die Nachrichten nicht löschen, sondern der Polizei übergeben. "Es kommt immer wieder vor, dass die Täter dann doch Fehler machen und persönliche Daten angeben." So gelinge eine Verhaftung dann doch. (SZ/mos)