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Wilsdruff: Festnahmen nach Kunstraub

Im Oktober 2020 wurden wertvolle Exponate aus dem Museum gestohlen. Zwei Männer wurden festgenommen. Auch ein Teil des Diebesgutes ist gefunden.

Ein Teil des Diebesgutes ist zurück: ein Steinschlossgewehr aus dem 18. Jahrhundert, eine Preußische Steinschlosspistole um 1732, eine Zunft-Truhe der Schuhmacher aus dem Jahr 1744 und eine Schafscher.
Ein Teil des Diebesgutes ist zurück: ein Steinschlossgewehr aus dem 18. Jahrhundert, eine Preußische Steinschlosspistole um 1732, eine Zunft-Truhe der Schuhmacher aus dem Jahr 1744 und eine Schafscher. © Polizei

Sechs Monate nach dem spektakulären Einbruch in das Heimatmuseum in Wilsdruff scheint der Kunstraub aufgeklärt. Wie die Staatsanwaltschaft Dresden gemeinsam mit der Polizeidirektion Dresden mitteilt, wird aktuell gegen zwei Männer wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Diebstahls im besonders schweren Fall ermittelt.

Das Heimatmuseum Wilsdruff ist im Gebäude der Oberschule untergebracht.
Das Heimatmuseum Wilsdruff ist im Gebäude der Oberschule untergebracht. © Daniel Schäfer

Bei ihnen handelt es sich um zwei 36 und 40 Jahre alte Deutsche, die bereits erheblich und auch einschlägig vorbestraft sind. Die Beschuldigten sollen in der Nacht vom 22. zum 23. Oktober letzten Jahres über eine Feuertreppe gewaltsam in das Museum eingedrungen sein. Über die Treppe gelangten sie bis ans Dachgeschoss des Gebäudes. In der obersten Etage ist das Heimatmuseum untergebracht. Dort schlugen die Einbrecher eine Scheibe ein, um sich Zutritt zu den Ausstellungsräumen zu verschaffen.

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Kunstschätze im Wert von über 30.000 Euro

Aus dem Museum sollen die Beschuldigten sodann Kunstgegenstände im Gesamtwert von mindestens 30.000 Euro entwendet haben, um diese für sich zu behalten oder gewinnbringend weiter zu veräußern, teilt die Staatsanwaltschaft Dresden mit. Zudem entstand durch den Einbruch im Heimatmuseum ein Sachschaden in Höhe von mindestens 1.000 Euro. Zum Diebesgut gehören unter anderem historische Waffen, eine Zunft-Truhe der Schuhmacher aus dem Jahre 1744, diverse Militaria, eine Schafschere aus dem Jahr 1925 sowie eine umfangreiche Münzsammlung mit Münzen vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhundert.

Durchsuchungen bei Antiquitätenhändlern

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden hat die Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Pirna Haftbefehle gegen die beiden dringend tatverdächtigen Männer erlassen. Der 36-Jährige wurde am 10. März in Berlin festgenommen. Er verbüßt derzeit eine Strafhaft in anderer Sache - und bleibt damit im Gefängnis. Der 40-Jährige wurde am 15. April in Mecklenburg-Vorpommern festgenommen. Der Haftbefehl gegen ihn wurde unter Erteilung strenger Auflagen inzwischen außer Vollzug gesetzt, informiert die Dresdner Staatsanwaltschaft.

Über diese Treppe sind die Einbrecher 2020 ins Heimatmuseum ins Museum gelangt.
Über diese Treppe sind die Einbrecher 2020 ins Heimatmuseum ins Museum gelangt. © Daniel Schäfer

Polizisten hatten im Zuge der Ermittlungen die Wohnung des 36-Jährigen in Berlin sowie die Räume zweier Kunst- und Antiquitätenhändler in Berlin durchsucht. Dabei konnten viele der entwendeten Kunstgegenstände sichergestellt werden: Ein Steinschlossgewehr mit Türballenbajonett französischer Bauart aus dem 18. Jahrhundert, eine Preußische Steinschlosspistole um 1732, eine Zunft-Truhe der Schuhmacher aus dem Jahr 1744, eine Schafschere aus dem Jahr 1925 und ein Bierkrug.

Münzsammlung bleibt verschollen

Damit ist jedoch nur ein Teil des Kunstschatzes wieder aufgetaucht. Nach weiteren Gegenständen, insbesondere der umfangreichen Münzsammlung aus einer Ratstruhe mit insgesamt 69 Münzen aus der Zeit von 1624 bis 1918, fahnden Staatsanwaltschaft und Polizei weiter intensiv.

Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Freude in Wilsdruff

Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (CDU), der mit der Polizei während der Ermittlungen in engem Kontakt stand, freut sich über den Fahndungserfolg. Für die Stadt wichtige Kunstgegenstände werden wieder nach Wilsdruff zurückkehren. „Einige sind beschädigt und müssen aufgearbeitet werden.“

Er hofft, dass die fehlenden Gegenstände noch gefunden werden. Wann die Gegenstände gezeigt werden können, ist offen. Wegen der derzeit hohen Corona-Inzidenz-Zahlen lasse sich abschätzen, wann das Heimatmuseum wieder öffnen kann. (mit SZ/mb)

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