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Arbeiter bei tödlichem Zugunglück nahe Köln ohne Genehmigung im Gleis?

Zwei Menschen sterben bei einem furchtbaren Unglück auf den Gleisen. Wie konnte es dazu kommen? Ein Medienbericht gibt eine mögliche Antwort.

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Der Intercity, der am 4. Mai bei Hürth zwei Bahnarbeiter erfasst hat, wird abgeschleppt. Der Zug hatte eine Bremsstörung, die wohl durch den Unfall ausgelöst wurde.
Der Intercity, der am 4. Mai bei Hürth zwei Bahnarbeiter erfasst hat, wird abgeschleppt. Der Zug hatte eine Bremsstörung, die wohl durch den Unfall ausgelöst wurde. © Federico Gambarini/dpa

Hürth. Die beiden Arbeiter, die am vergangenen Donnerstag in Hürth bei Köln von einem Zug erfasst und getötet wurden, hielten sich nach "Bild"-Informationen ohne Genehmigung im Gleis auf. Eine Sperrung sei zwar beantragt, aber abgelehnt worden, berichtete die "Bild"-Zeitung. Warum die Bauarbeiter dennoch die Strecke betreten hätten, um das abgesackte Gleis zu stabilisieren, sei nun Teil der Ermittlungen.

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete am Mittwoch, kurzfristige Arbeiten im Gleis würden zwar grundsätzlich gestattet, jedoch nur, wenn sichergestellt sei, dass die Zeitspanne zwischen zwei Zügen lang genug sei. Nur dann könne der Fahrdienstleiter die Genehmigung erteilen. Und auch dann sei das Betreten der Gleise nur erlaubt, wenn Sicherungsposten den Bautrupp begleiteten. Die Staatsanwaltschaft Köln wollte die Berichte am Mittwoch nicht kommentieren.

Ersten Ermittlungen zufolge hätten sie an der Strecke im Auftrag der Deutschen Bahn Arbeiten durchgeführt. Zu der Gruppe gehörten noch fünf weitere Arbeiter, die den Tod ihrer Kollegen mit ansehen mussten und einen Schock erlitten. Vom Zug wurden sie nicht getroffen, sie blieben körperlich unversehrt. Das Unglück ereignete sich auf freier Strecke bei Hürth.

Mehrere Fahrzeuge der Bundespolizei sind für die Aufnahme von Ermittlungen vor Ort.
Mehrere Fahrzeuge der Bundespolizei sind für die Aufnahme von Ermittlungen vor Ort. © Sebastian Klemm/dpa

Wie ein Bahnsprecher mitteilte, waren auf der Tagesbaustelle Kabelbauarbeiten vorgesehen. Grundsätzlich wird laut Bahn für jede Baumaßnahme ein individueller, an die örtlichen Gegebenheiten angepasster Sicherungsplan erstellt. Das gelte selbstverständlich auch für Tagesbaustellen. Die Baustellenteams werden demnach durch technische Sicherungsmaßnahmen wie zum Beispiel automatische Warnsysteme oder durch menschliche Sicherungsposten geschützt, die das Team bei Gefahren direkt warnen.

Der IC 2005 war nach Angaben einer Sprecherin der Deutschen Bahn auf dem Weg von Emden nach Koblenz und erfasste gegen 11.00 Uhr die Arbeiter. Zu dem Zeitpunkt war er mit 160 Kilometern pro Stunde unterwegs.

Der Zug hatte nach dem Unglück eine Bremsstörung, die laut Bahn wohl durch den Unfall ausgelöst wurde. Er musste deswegen abgeschleppt werden. Die Bahnstrecke zwischen Köln und Bonn blieb für knapp sieben Stunden gesperrt, Ausfälle und Verzögerungen im Fern- und Nahverkehr waren die Folge. (dpa)