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Polizeiaufmarsch am Tiananmen

Chinas Führung blockiert jede Erinnerung an das Massaker an Studenten vor 25 Jahren.

Peking/Hongkong. Mit einem Großaufgebot an Polizeikräften hat Chinas Führung ein öffentliches Gedenken an die Opfer des Pekinger Massakers vor 25 Jahren verhindert. Am Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen) herrschten gestern massive Sicherheitsvorkehrungen. Polizisten kontrollierten die Ausweise und Taschen von Passanten. Auf dem Weg zum Platz mussten Autos Polizeisperren passieren.

In den Gassen um den Platz des Himmlischen Friedens standen Busse, Polizeifahrzeuge, Krankenwagen und weitere Einsatzkräfte bereit. Auf dem Platz herrschte ansonsten aber weitgehend normales Treiben chinesischer Touristen.

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In der autonom regierten chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong versammelten sich im Laufe des Tages schon viele Menschen im Victoria-Park zu einer Großdemonstration. Die frühere britische Kronkolonie gehört zwar seit 1997 zu China, genießt aber weiter Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit.

Die Regierung in Peking wies internationale Kritik an Menschenrechtsverletzungen scharf zurück. Eine Aufarbeitung der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 lehnte die Führung entschieden ab.

Auf Fragen nach festgenommenen Dissidenten sagte ein Sprecher des Außenministeriums: „In China gibt es keine sogenannten Dissidenten, sondern nur Gesetzesbrecher.“ Mehr als 90 Bürgerrechtler sind nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Human Rights in China vor dem Jahrestag festgenommen, unter Hausarrest gestellt, verhört und eingeschüchtert worden.

Zuvor hatte Bundespräsident Gauck kritisiert, dass in China bis heute jede Diskussion über die Vorfälle von 1989 unterdrückt werde. In einer Rede in Berlin gedachte Gauck der Opfer der Unterdrückung der von Studenten ausgegangenen Proteste. Universitäten seien „wichtige Quellen des Wandels und lösen damit immer wieder politische Auseinandersetzungen aus – bisweilen mit tragischen Folgen“.

Bei dem brutalen Militäreinsatz im Juni 1989 waren mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen. Die genaue Zahl ist auch 25 Jahre danach nicht bekannt. (dpa)