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Polizeiprotest mit Schaufensterpuppe

Die Gewerkschaft der Polizei hat in Dresden mit einer ungewöhnlichen Aktion auf zunehmende Belastungen im Dienst hingewiesen. Statt 3.000 angekündigter Teilnehmer demonstrierte eine Puppe in Uniform vorm Landtag.

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Dresden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat in Dresden mit einer ungewöhnlichen Aktion auf zunehmende Belastungen im Dienst aufmerksam gemacht. Für Mittwoch hatte sie für den Platz vor dem Landtag eine Demonstration mit 3.000 Teilnehmern angemeldet. Gleichzeitig befürchtete die GdP offiziell, dass es wegen der hohen Arbeitsbelastung der Kollegen wohl keinen großen Zuspruch geben würde.

Ein Mann, verkleidet als sorbisches Christkind (dzecetko), sollte einen Bezug zu Ministerpräsident Tillich herstellen. Dieser hat sorbische Wurzeln.
Ein Mann, verkleidet als sorbisches Christkind (dzecetko), sollte einen Bezug zu Ministerpräsident Tillich herstellen. Dieser hat sorbische Wurzeln. © dpa
Die Gewerkschafter wollten während einer „Aktuellen Stunde“ im Landtag zur Lesung des Entwurfs „Gesetz zur Neuordnung des Dienst-, Besoldungs- und Versorgungsrechts im Freistaat Sachsen“ (Sächsisches Dienstrechtsneuordnungsgesetz), auf ihre Belange aufmer
Die Gewerkschafter wollten während einer „Aktuellen Stunde“ im Landtag zur Lesung des Entwurfs „Gesetz zur Neuordnung des Dienst-, Besoldungs- und Versorgungsrechts im Freistaat Sachsen“ (Sächsisches Dienstrechtsneuordnungsgesetz), auf ihre Belange aufmer © dpa
Angemeldet waren zunächst 3.000 Teilnehmer. Doch es wurde befürchtet, dass wegen der hohen Arbeitsauslastung kein Beamter teilnehmen kann.
Angemeldet waren zunächst 3.000 Teilnehmer. Doch es wurde befürchtet, dass wegen der hohen Arbeitsauslastung kein Beamter teilnehmen kann. © dpa
Und so kam es dann auch, dass keiner kam - außer der Puppe in Uniform.
Und so kam es dann auch, dass keiner kam - außer der Puppe in Uniform. © dpa

Am Ende kam tatsächlich überhaupt keiner. Stattdessen sorgten drei Schaufensterpuppen in Polizeiuniform für stummen Protest. Ein Gewerkschafter verkleidete sich als sorbisches Bescherkind und machte die Demo vollends zum Happening. Die GdP wollte so an die sorbischen Wurzeln von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) erinnern.

GdP-Chef Hagen Husgen hielt eine Rede auf leerem Platz. „Es ist völlig klar, dass Polizisten in Sachsen nicht mehr für ihre Rechte kämpfen können. Sie haben immer mehr zusätzliche Aufgaben zu machen und keine Zeit für ihren Protest“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Husgen erinnerte unter anderem daran, dass Kollegen in Dresden inzwischen im grenznahen Raum Dienst tun müssten und die Leipziger mit zunehmender Banden- und Drogenkriminalität beschäftigt seien. Mit der Protestaktion in Dresden wolle man die Bürger auf die Zukunft einstellen: „Es wird die Zeit kommen, in der Bürger die Polizei rufen und mangels Zeit kein Polizist mehr helfen kann.“ (dpa)