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Leben und Stil

Ist Bohren in der Nase eigentlich schädlich?

Während der Corona-Pandemie: ja! Zum "Tag des Nasenbohrens" kann man der Frage aber schon mal generell auf den Grund gehen.

Das machen nicht nur Kinder. Auch Erwachsene bohren hin und wieder in der Nase.
Das machen nicht nur Kinder. Auch Erwachsene bohren hin und wieder in der Nase. © Marius Becker/dpa

Dem Drang des höchst privaten Vorgangs des Popelns sollte man dieser Tage noch stärker widerstehen. Wegen des Coronavirus warnen Mediziner davor, sich häufig ins Gesicht zu fassen. Es besteht die Gefahr, durchs Popeln die gefährlichen Viren zu verbreiten.

Für Allgemeinmedizinerin Sabine Gehrke-Beck von der Berliner Charité ist das zumindest jetzt "ein Grund, mit dem Nasenbohren zu pausieren". Trotzdem wird der "Internationale Tag des Nasenbohrens" am 23. April begangen. Ja, richtig gelesen: Diesen Tag gibt es wirklich. Warum, weiß keiner so genau. Die drängendsten Fragen und Antworten zum Popeln sollten aber dennoch einmal geklärt werden. 

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Warum popeln Menschen im Auto?

Am liebsten bohren die Menschen in der Nase, wenn sie sich unbeobachtet glauben - etwa allein zu Hause. Eine Sonderstellung nimmt das eigene Auto ein. Der Klassiker: Popeln beim Warten an der roten Ampel. Dabei bewegt man sich auf der Straße im öffentlichen Raum. Im Auto fühlten wir uns indes "so geschützt wie in unseren eigenen vier Wänden und glaubten irrtümlicherweise, dass wir nicht gesehen werden", erklärt Sören Al-Roubaie vom Berufsverband deutscher Psychologen.

Wer popelt mehr: Frauen oder Männer?

Übrigens: Mehr Männer als Frauen popeln in der Nase. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest Autor Christoph Drösser, der für sein Buch "Wie wir Deutschen ticken" diverse Umfragen ausgewertet hat. Demnach bohren hierzulande 62 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen heimlich in der Nase, wenn sie sich unbeobachtet fühlen.

Gefährdet Popeln die Gesundheit?

Als "absolutes No-Go" bezeichnet Michael Deeg vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte diese Angewohnheit. Wer zu oft und zu lange bohrt, verursache Verletzungen an den Schleimhäuten.

Diese offenen Wunden schließen sich und es entstehen Krusten. Dermatologin Utta Petzold spricht von einem Kreislauf, in dem sich Betroffene befinden. Mitunter sei dann das Verlangen stark, mit dem Finger in die Nase zu gehen und "die neu entstandenen Krusten auch wieder zu entfernen".

Wer weiter bohrt, kann aus der Nase bluten. Denn die Gefäße im Organ verlaufen sehr nah an der Oberfläche. Zudem ist die Nasenscheidewand empfindlich. In ihr kann durch ausgiebiges Bohren gar ein Loch entstehen.

Neben den mechanischen Schäden können schmutzige Finger - nicht nur in Zeiten des Coronavirus - Keime oder Bakterien in die angeschlagene Schleimhaut transportieren. Die Nase entzündet sich.

Warum essen Kinder Popel?

Bei Kindern, die sich selbst entdecken, ist es ganz normal. Sie werden dann allerdings oft von ihren Eltern ermahnt. Dabei ist das Essen der eigenen Popel nicht per se ungesund. Grundsätzlich nehme der Mensch den ganzen Tag sein Nasensekret zu sich, weil Nase und Mund miteinander verbunden seien, erklärt Sabine Gehrke-Beck von der Berliner Charité.

Einige Forscher haben sogar herausgefunden, dass Popel-Essen das Immunsystem stärken kann. Das Nasensekret enthalte Bakterien, die vor schädlichen Zahnerkrankungen wie Karies schützen und sich positiv auf den Magen- und Darmtrakt auswirken sollen. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher der Harvard University und des Massachusetts Institute of Technology in der Fachzeitschrift "Applied and Environmental Microbiology".

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