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Porsche baut Ausbildung aus

Bisher fand die Ausbildung eher am Rande der Produktion statt. Doch mittlerweile bildet der Konzern in Leipzig so viele Jugendliche aus wie nie zuvor.

© dpa

Leipzig. Paul Schwarz ist 16 und darf noch nicht Auto fahren. Zwei Vorständen des internationalen Porsche-Konzerns zeigte er gestern trotzdem, wo es langgeht: Bei der Eröffnung eines Ausbildungszentrums in Leipzig spielte der Lehrling für Kfz-Mechatronik den Zeremonienmeister. Seine festlich beleuchtete Bühne stand mitten in einer neuen 2 300 Quadratmeter großen Lehrstätte, die der Autobauer für 4,4 Millionen Euro vor dem Werkstor errichtet hatte. Seit ein paar Wochen werden dort rund 120 junge Frauen und Männer zu Industrie- und Werkzeugmechanikern oder zu Kfz-Mechatronikern ausgebildet, Paul ist einer von ihnen. Zudem werden dort manche der 4 100 Mitarbeiter des Standorts weiterqualifiziert und Führungskräfte geschult.

Bisher fand die Ausbildung eher am Rande der Produktion statt. Doch mittlerweile bildet der Konzern in Leipzig so viele Jugendliche aus wie nie zuvor. Das Unternehmen bietet jetzt jährlich 30 Ausbildungsplätze in fünf Berufen an. Zudem gibt es zwei Plätze für ein duales Studium im Maschinenbau. „Als vor 15 Jahren am Standort der erste Porsche vom Band lief, hatten wir fünf Auszubildende“, erzählte Werks-Chef Siegfried Bülow. „Mit der Vervielfachung der Belegschaft ist jedoch die Bedeutung der Nachwuchsrekrutierung gestiegen.“ Das Ausbildungszentrum habe dabei nicht nur regionale Bedeutung, betonte Kultus-Staatssekretär Frank Pfeil. „Die Investition ist ein wichtiges Zeichen für Sachsen, die Absolventen unserer Schulen, insbesondere der Oberschulen und die Wirtschaftskraft der Region.“

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Die sächsische Automobilindustrie ist mittlerweile wieder einer der größten Industrie-Arbeitgeber: Laut Wirtschaftsförderung sind mehr als 80 000 Menschen in der Branche beschäftigt, allein in Leipzig sind es 17 000. Vom alten Lehrberuf des Autoschlossers sind die neuen Kfz-Mechatroniker indes weit entfernt. In ihrer Ausbildung gehe es heute viel um die roboterhafte Industrie 4.0, Elektroautos, Digitalisierung und Vernetzung von Fahrzeugen, sagt der Leiter des Trainingszentrums, der promovierte Ingenieur und Berufspädagoge Thomas Scheib. In der ersten Ausbildungswoche stehe dennoch ein Klassiker auf dem Programm: In einen Porsche steigen und den Motor starten.

Leipzig hat nun das zweite Ausbildungszentrum im Porsche-Konzern. Am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen gibt es bereits einen Vorläufer mit mehr als 500 Lehrlingen. Aber auch Leipzig solle weiter wachsen, kündigte Personalvorstand Andreas Haffner an. Am 15. Mai werden neue Stellen auf der Porsche-Job-Webseite ausgeschrieben. (heit)