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Porzellankunst gehört jetzt Freital

Eine Vereinsauflösung beschert der Stadt 34 filigrane Werke. Unklar ist noch, was Freital damit anfangen möchte.

Dieser Baum wurde von Steven Thurston gefertigt. © Dresdner Porzellankunst e.V.

In den Besitz der Stadt Freital gehen demnächst 34 Werke aus dem Bestand des Porzellankunstvereins über. Der Finanz- und Verwaltungsausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstabend beschlossen, die Schenkung anzunehmen. Darunter sind Büsten, Reliefs, kunstvoll gefertigte Platten, Becher und Dosen. Sie entstanden beispielsweise im Rahmen von Workshops, Kursen und Symposien, die der Porzellankunstverein während seines 17-jährigen Bestehens organisierte.

Inzwischen gibt es den Dresdner Porzellankunst e.V. nicht mehr – er wurde zum 1. Januar 2019 aufgelöst. Vor gerade einmal zehn Jahren – 2008 – konnte man noch die Auszeichnung als Verein des Jahres erringen. „Uns ist der Verjüngungsprozess nicht gelungen“, sagt Olaf Stoy, der im Verein viele Jahre den künstlerischen Beirat leitete. Die zuletzt 19 Mitglieder, viele davon weit im Rentenalter, fanden keine jüngeren Mitstreiter, die bereit gewesen wären, Leitungsfunktion zu übernehmen.

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Gegründete wurde der Verein 2001 zur Unterstützung der Potschappler Manufaktur, die unter dem Namen Dresdner Porzellan vor allem Kunstgegenstände herstellt. Unter dem Dach der Porzelline hatte der Verein eigene Räume und konnte auch die technische Einrichtung der Fabrik mit nutzen. So entstanden zahlreiche Kunstwerke, wovon 34 Stück in Vereinsbesitz verblieben. Sie haben einen Gesamtwert von rund 9 500 Euro. Mit dabei sind auch drei A4-große Platten, die vom inzwischen verstorbenen österreichischen Schauspieler Maximilian Schell gestaltet wurden. Schell besuchte die Werkstatt der Porzelline 2001, damals entstanden die ins Porzellan geritzten Motive samt Namenszug des Künstlers.

Nun liegt es an der Stadt, was damit geschieht. Die komplette Schenkung, deren Einzelteile jeweils zwischen 40 und 1 000 Euro wert sind – soll zunächst bei den Städtischen Sammlungen auf Schloss Burgk untergebracht werden. „Eine dauerhafte Ausstellung wird nicht möglich sein“, dämpfte Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) alle Erwartungen, dass die Exponate bald öffentlich zu sehen sind. Vielleicht aber könnten Teile davon später einmal Ausstellungen zur Freitaler Industrie- oder Porzellangeschichte bereichern. Auf keinen Fall sollen Teile oder die gesamte Schenkung verkauft werden.

Stadtrat Olaf Wasner (Bürger für Freital) wurde da etwas konkreter: „Wir sollten dankbar für die Schenkung sein. Es erinnert uns daran, dass die Freitaler Industrie nicht nur aus Bergbau, Stahlwerk und Maschinenbau bestand.“ Schön wäre es doch, so Wasner, wenn die Porzellankunstobjekte im Rahmen der 100-Jahr-Feier im übernächsten Jahr der Öffentlichkeit gezeigt werden könnten.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/freital vorbei.

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