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Possendorf sucht neuen Trainer

Ex-Dynamo Volker Schlicke wusste schon vor dem letzten Spiel, dass es für ihn bei Empor nicht weitergeht.

Possendorfs Kapitän Rene Schmidt (vorn), hier in einem früheren Spiel, traf am letzten Spieltag. Für sein Team ist eine schwierige Saison zu Ende gegangen.
Possendorfs Kapitän Rene Schmidt (vorn), hier in einem früheren Spiel, traf am letzten Spieltag. Für sein Team ist eine schwierige Saison zu Ende gegangen. © Archiv: K.-L. Oberthür

Die Fußball-Landesklasse Mitte geht in die Sommerpause. Einen Absteiger gibt es nach der Saison 2018/19 nicht – zum Glück aus Sicht der Possendorfer Kicker. Ausgerechnet im Festjahr „100 Jahre Fußball in Possendorf“ landete die SG Empor im 13er-Feld auf dem letzten Platz. Die künftige Aufstockung der Liga und der Aufstiegsverzicht aller Kandidaten der Meißner Kreisoberliga bewahrten die Mannschaft von Trainer Volker Schlicke aber vor dem Gang in die 8. Liga.

Der 58 Jahre alte Schlicke wird in der kommenden Serie dennoch nicht mehr als Possendorfer Chefcoach tätig sein. Bereits vor dem letzten Punktspiel gegen den Hartmannsdorfer SV Empor (3:3) informierte die Vereinsführung den verdienstvollen Übungsleiter. Sein Nachfolger soll Christoph Egerer werden, der zuletzt beim Post SV Dresden unter Vertrag stand. Bestätigt wurde diese Personalie vom Possendorfer Vorstand noch nicht. Auch Schlicke wollte sich nicht konkret äußern: „Es gibt am Montag noch ein Gespräch, danach treffe ich meine Entscheidung.“ Angeblich soll ihm das Angebot vorliegen, zukünftig wieder als Co-Trainer bei Empor zu arbeiten.

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Schlicke ist seit mehr als 25 Jahren für die Possendorfer tätig, war viele Jahre Übungsleiter der „Zweiten“ und auch Co-Trainer der ersten Mannschaft an der Seite von Andre Heinisch, der 2018 zum SC Borea wechselte. Danach sprachen sich 80 Prozent der Mannschaft dafür aus, dass Schlicke die Geschicke als „Chef“ weiterführt. Der gebürtige Pirnaer, der 14 Jahre für Dynamo Dresden spielte, ließ seine Spielerkarriere einst bei Empor ausklingen und wechselte anschließend in den Trainerstab. Jetzt, so scheint es, schließt sich das Kapitel endgültig.

Die Chance, nicht als Schlusslicht in die Sommerpause zu gehen, verspielten die Possendorfer derweil am letzten Spieltag gegen Hartmannsdorf (10.) leichtfertig. Zwar gingen die Gäste durch David Glöckner in Führung (6.), aber bis zur 35 Minuten drehten Erik Schmidt, Spielführer Rene Schmidt und Thomas Berger mit ihren Treffern die Partie bis zur Pause. „Es ist mir ein Rätsel, warum wir mit einer deutlichen Führung im Rücken derart viele Chancen ungenutzt verstreichen lassen und so den Gegner aufbauen“, sagte Schlicke. Nach dem Wechsel drehten die Hartmannsdorfer auf und kamen durch Patrick Neubert (54.) und Kapitän Normen Bendix (69.) noch zum Punktgewinn. Die Possendorfer konnten nicht mehr reagieren, auch weil sie nach einer Gelb-Roten Karte für Routinier Oliver Göschick (70.) die Schlussphase in Unterzahl bestritten.

Meister BSC Freiberg, der trotz des Titels nicht in die Landesliga aufsteigt und Wilsdruff den Vortritt lässt, musste sich am letzten Spieltag beim Tabellensechsten in Bannewitz noch einmal richtig ins Zeug legen, um mit 5:4 (3:1) die Oberhand zu behalten. Jakob Schulz und Paul Szuppa trafen jeweils doppelt für die Bannewitzer, die sich über die gute Leistung aber nur bedingt freuen konnten. „Es war nicht einfach für unsere Jungs, nachdem sie erfahren hatten, dass ein langjähriger Fan am Tag zuvor völlig überraschend und sehr jung verstorben war. Er war mit etlichen Spielern befreundet“, erklärte Sportchef Jens Hieckmann.

Für den Gegner fand er lobende, für den Verband kritische Worte am letzten Spieltag: „Freiberg war die bessere Mannschaft und hat sich den Staffelsieg redlich verdient. Die BSC-Spieler können für den Aufstiegsverzicht nichts, daher finde ich es unterste Schublade, wie niveaulos sich der Verband gegenüber dem Staffelsieger verhält. Da meldet sich der SFV einen Tag vor dem Spiel mal telefonisch bei uns und schickt dann einen Vertreter vorbei. Mit der respektvollen Würdigung eines Titelträgers hat das nichts zu tun.“

Höhepunkt der Partie zwischen Stahl Freital (7.) und dem Tabellenelften TuS Weinböhla (1:1) war die Einwechslung von Steffen Beer zur zweiten Halbzeit. Hinter dem Torhüter liegt eine lange Leidenszeit von acht Monaten. Beer hatte sich am 14. Oktober beim Pokalspiel in Zwickau einen Kreuzbandriss und einen Meniskusschaden zugezogen. „Ansonsten waren diese 90 Minuten ein Spiegelbild der gesamten Saison“, sagte Stahl-Coach Jens Wagner. „Selten haben wir einen Gegner so beherrscht und trotzdem führten die Gäste bis zur 89. Minute, ehe Alexander Preißiger mit dem Ausgleich die Niederlage noch abwenden konnte.“

Vizemeister SG Motor Wilsdruff buchte einen Zähler in Heidenau (1:1) und ging mit fünf Punkten Rückstand auf Freiberg über die Ziellinie. Das Führungstor von Oliver Franz (13.) egalisierte Joel Salomon in der 55. Minute. Acht Zähler hinter Wilsdruff sicherten sich die Hainsberger Meisterschaftsbronze. Zum Abschluss legte die Mannschaft von Trainer Knut Michael einen „Gala“ im Wesenitztal hin (5:0). Kevin Schur (2), Markus Weise, Sascha Altenburger und Routinier Michael Heera trugen sich in die Torschützenliste ein. Hinter dem Gröditzer Tim Zeller (22 Tore) belegen Weise und der Freitaler Stahl-Kicker Eric Zimmermann zusammen mit Tommy Gommlich (Freiberg) mit jeweils 16 Treffern Platz zwei in der Liga-Torschützenliste.

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