merken

Wirtschaft

Post macht Privatpakete wieder billiger

Seit Jahresbeginn müssen Kunden der Deutschen Post mehr zahlen. Zu viel, findet die Bundesnetzagentur. Nun gibt die Post klein bei.

© Tom Weller/dpa (Symbolbild)

Bonn. Auf Druck der Bundesnetzagentur wird die Deutsche Post ihre kürzliche Preiserhöhung für Pakete zurücknehmen. Die Behörde hatte die Preise als zu hoch beanstandet und ein offizielles Verfahren eingeleitet. Die Preise sollen zum 1. Mai wieder gesenkt werden. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. 

"Wenn wir das Verfahren zu Ende geführt hätten, hätte es noch Jahre gedauert, bis wir eine Entscheidung bekommen hätten", sagte ein Sprecher. "Selbst wenn wir das inhaltlich anders bewerten, sollten wir nicht unnötig Zeit und Kosten investieren."

Görlitz – Immer eine Reise wert

Die Stadt Görlitz wird von vielen als „Perle an der Neiße“ oder „schönste Stadt Deutschlands“ bezeichnet. Warum? Das erfahren Sie hier.

Die Post hatte ihre Preise für Privatkunden zum Jahreswechsel erhöht. Die Begründung: Die Kosten für Personal und Transport seien gestiegen. Bei den unterschiedlichen Arten von Paketen fiel die Anhebung verschieden aus. Ein bis zu zwei Kilo schweres, mittelgroßes Päckchen innerhalb Deutschlands kostet in der Filiale nun 4,79 Euro, zuvor waren es 4,50 Euro.

Der Versand eines 10-Kilo-Pakets verteuerte sich um einen Euro auf 10,49 Euro. Im Durchschnitt stiegen die Preise um drei Prozent. Günstiger kommt weg, wer seine Pakete online frankiert. Zuletzt hatte der Konzern seine Paketgebühren 2017 angehoben.

Post hat 70 Prozent Marktanteil

Die Bundesnetzagentur hält diese neuen Preise für zu hoch. Die Regulierungsbehörde vermutet, dass sie die tatsächlich anfallenden Kosten überschreiten. Mit ihrer marktbeherrschenden Stellung könne die Post diese Preise deshalb im Sinne des Wettbewerbs nicht verlangen. 

Im Paketbereich hat der Bonner Konzern einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Die Regulierungsbehörde leitete deshalb ein offizielles Verfahren gegen die Post ein. Dieses sei nun "gegenstandslos" und werde eingestellt, sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Ab Anfang Mai sollen für Päckchen und Pakete die gleichen Preise gelten wie zuvor. Das Datum erklärt sich laut Post dadurch, dass IT-Systeme und Kundeninformationen wieder auf die alten Beträge angepasst werden müssten.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Idee: Paketlieferung nachts per U-Bahn

Paketdienste legen stark zu. Das sorgt im Stadtverkehr oft für Ärger. Bei der Lösung will Verkehrsminister Scheuer neu denken.

Die Post muss somit mittelfristig auf die Mehreinnahmen durch Pakete von privaten Kunden verzichten. Wann und wie die nächste Preiserhöhung ansteht, bleibt bis auf Weiteres unklar. "Aber natürlich werden wir irgendwann die Preise auch wieder erhöhen müssen", sagte der Post-Sprecher. (dpa)