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Präsidiales Händeschütteln

Bundespräsident a.D. Christian Wulff krönt den CDU-Empfang in Heidenau. Einem Gastgeber brachte das die Polizei, ein anderer verreist.

© Daniel Förster

Von Heike Sabel

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Heidenau. Die Ex-Quote war am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang der CDU in Heidenau sehr hoch. Neben Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff waren auch der ehemalige Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig, das einstige Landtagsmitglied Helmut Gregert, der frühere Heidenauer Bürgermeister Michael Jacobs und Alwin Nees da. Der Ex-Staatssekretär im sächsischen Sozialministerium war 2012 das, was Wulff diesmal war: Festredner. Wulff redete lange, sehr lange, viel länger als die Redner in den Vorjahren und trotzdem nicht langweilig, wofür er den bisher meisten Applaus bekam. Wenn die Leute sitzen, würde er noch länger reden, bemerkte er selbstironisch. Er streichelte mit Worten die deutsche und insbesondere die ostdeutsche Seele und gab ihr manchen Klaps. Stichwort Digitalisierung und soziale Medien: Es gehe oft nicht mehr um wissen, sondern um besser wissen. Stichwort Demokratie: Zu wenig Leute sind in demokratischen Parteien. Stichwort Zusammenleben: Toleranz ist zu wenig, es geht um mehr Respekt.

Die Rede war kein Unikat für Heidenau, Teile davon trug er schon im Vorjahr vorm Deutschen Club in Monaco vor. Erstens ändere sich seine Botschaft nicht und zweitens habe er keinen großen Stab mehr, der beim Redenschreiben helfe. In Monaco wie in Heidenau sagte er: „Das Einzige, wovor wir Angst haben müssen, ist die Angst. Angst taugt nicht als Richtschnur unseres Denkens, Redens und Handelns.“

Einer der Veranstalter des Empfangs, der CDU-Landtagsabgeordnete Oliver Wehner, kündigte an, zu verreisen. Am Freitag startet er über Beirut an die syrische Grenze, um sich ein Flüchtlingslager anzuschauen. Dort wolle er zwei Botschaften verkünden, sagt Wehner. Erstens: Deutschland ist nicht das Paradies, als das es beschrieben werde. Deutsche Bürger müssen jeden Tag hart arbeiten und sich bilden, um ihren Wohlstand zu sichern. Zweitens: „Wir helfen euch vor Ort.“ Deutschland und seine Bürger seien Partner beim Wiederaufbau und bei der Entwicklung der Regionen, so Wehner. „Entwicklungshilfe hat für uns einen hohen Stellenwert.“ Über Details seiner Reise dürfe er aus Sicherheitsgründen nicht reden. Am Dienstag ist er bereits wieder zurück.

Viele Gäste verabreden sich am Freitagabend schon für nächstes Jahr am gleichen Ort. Manche haben auch neue Ideen und Wünsche. Wie wäre es, den Empfang für die Stadt und damit auch für andere Gäste zu öffnen und ihn zum Beispiel in der dann sanierten Christuskirche oder dem Gymnasiums-Anbau durchzuführen? Bürgermeister Jürgen Opitz verwies auf die vielen Wahlen 2019, auch die des Heidenauer Bürgermeisters. Mehr sagte er nicht dazu.

Medizintechnik-Unternehmer Uwe Saegeling will gern weiter Gastgeber sein. Minister kommen dann in sein Unternehmen, Sachsens einstiger Ministerpräsident Tillich war auch schon da. Für Saegeling sind diese Empfänge Sternstunden, auch wenn die Polizei seine Mitarbeiter am Nachmittag in Atem hielt, und die Sicherheitsleute am Abend nicht zu übersehen waren. Trotzdem kamen viele Gäste mit Wulff ins Gespräch, bevor er in seinen schwarzen Audi zu seinem Chauffeur stieg.

Andere fanden an ihrer Autoscheibe Knöllchen. Die Stadt hatte nach 19 Uhr die Politessen losgeschickt. Man habe im Vorfeld die Gäste auf Parkmöglichkeiten hingewiesen – wer trotzdem falsch parkte, musste zahlen. Wie viele Knöllchen verteilt wurden, behält die Stadt für sich.