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Pralinen gegen Parkplatzfrust

Schon gegen Mittag ist im Advent in der Dresdner Innenstadt alles voll. Doch die Alternativen bleiben ungenutzt.

© Sven Ellger

Von Annechristin Bonß und Nora Domschke

Um 12 Uhr ist das Chaos perfekt. Die große Null steht über fast allen Parkhäusern in der Innenstadt. Altmarkt- Galerie Null, Ferdinandplatz Null und sogar in der Centrum-Galerie, die mit über 1 000 Stellplätzen das größte Parkhaus in der Innenstadt bietet, prangt die große Null. Null Platz für Autos. In den Tagen bis Weihnachten ist im Zentrum das große Suchen und Warten ausgebrochen. Vor den Einfahrten in die Parkhäuser bilden sich lange Schlangen. Deshalb herrscht vor allem an den Sonnabenden auf der Reitbahnstraße, der Wallstraße und auf dem Dippoldiswalder Platz Verkehrschaos.

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Was auffällt, sind die vielen tschechischen Kennzeichen an den Autos. Zwar ist Dresden als Reiseziel schon seit vielen Jahren bei den Nachbarn sehr beliebt. Seitdem es aber auf der Autobahn 17 eine durchgängige Verbindung nach Prag gibt, würden noch mehr Tschechen die Stadt besuchen, sagt Lars Fiehler von der Industrie- und Handelskammer Dresden. Wie viele tatsächlich für einen Einkaufsbummel mit dem Auto kommen, wird nicht gezählt. Sowohl Dirk Fittkau von der Centrum-Galerie als auch Nadine Strauß, Centermanagerin der Altmarkt-Galerie, bestätigen, dass tschechische Kunden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Auch, weil sie bei ihren Einkäufen überdurchschnittlich viel Geld ausgeben. Allerdings brauchen sie dafür eben auch einen Parkplatz.

Damit die Suchenden möglichst schnell fündig werden, haben sich die Center-Manager kleine Hilfen einfallen lassen. In der Centrum-Galerie verweisen grüne Lämpchen an der Decke auf einen freien Stellplatz. Nur auf dem Parkdeck ganz oben gibt es eine solche Suchhilfe nicht. In der Altmarkt-Galerie sollen indes Pralinen gegen den Parkstress helfen. Direkt an der Schranke in die Tiefgarage verteilen Mitarbeiter die Nascherei. Auf dem Parkdeck leiten rot gekleidete Servicekräfte die Autofahrer zu den letzten freien Lücken. Lange suchen müssen die Kunden also auch hier nicht. Insgesamt gibt es 400 Stellplätze. Die Einweiser beschäftigt Nadine Strauß nun schon im dritten Jahr. Mit großem Erfolg, wie sie sagt. Ansonsten wäre das Chaos auf den Parkdecks wohl perfekt. Allerdings ist geplant, die Stellplätze im kommenden Jahr ebenfalls mit Lämpchen auszustatten.

Trotz aller Bemühungen der innerstädtischen Center – die Warteschlangen vor den Parkplätzen und -häusern bleiben. Mit Folgen. Im vergangenen Jahr schon staute sich der Verkehr rund um den Dippoldiswalder Platz. Die Stadt hatte sich zwar eine Lösung für dieses Problem ausgedacht, um größeres Chaos und verstopfte Kreuzungen zu vermeiden. So versperrten rot-weiße Baken die Fahrspur, auf der Autofahrer nach links in das Parkhaus der Centrum-Galerie abbiegen können. Doch die Idee ging schon 2016 nicht auf. Und es klappt auch in diesem Advent nicht besser. Denn an das Verbot hält sich kaum einer. Dutzende Autofahrer fahren einfach an den Baken vorbei. Zum Ärger der Dresdner Verkehrsbetriebe. Vor allem die Busse der wichtigen Linie 62 in Richtung Külz-Ring werden blockiert, sagt Sprecher Falk Lösch.

Auch ein anderer Service der Stadt sollte die Innenstadt eigentlich vor zu viel Verkehr schützen. Direkt an der Messe gibt es einen großen kostenlosen Park+Ride-Platz. Wer hier sein Auto abstellt, kann mit der Bahn direkt in die Innenstadt fahren. Doch offenbar wollen das ziemlich wenige Dresden-Besucher. Kaum einer der 1 200 Stellplätze in der Flutrinne ist tagsüber besetzt. Auch an den anderen P+R-Plätzen am Stadtrand ist der Andrang mäßig. Hier gibt es stets freie Stellflächen.

www.sz-link.de/parkplatzinfo