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Geld und Recht

Printmedien wieder im Trend

Bedruckte Werbemittel galten lange Zeit als durch Onlinewerbung überholt. 

© Manfred Antranias Zimmer

Jetzt feiern sie, unter anderem als Hochglanzmagazine, ein Comeback.

Suchmaschinen und soziale Netzwerke haben über das letzte Jahrzehnt hinweg den Werbemarkt revolutioniert. Doch besonders bei kleinen Unternehmen kommen die Vorteile der Kampagnen oft nicht an. Wer stationär einen kleinen Einzelhandel in den sächsischen Innenstädten betreibt, profitiert oft mehr von Werbekampagnen, die bedruckte Medien miteinbeziehen. Der Trend geht nun zum Kundenmagazin.

Marketingexperten schwärmen davon, Datenschützer warnen davor, Facebook Businessseiten sind Datensammler und Werbetool in einem. Wollen Unternehmer wissen, wer ihre Kunden sind und dabei transparent aus dem eigenen Unternehmen berichten, ist Facebook ein ideales Instrument dazu. Likes und Shares zeigen an, wie beliebt ein neues Produkt ist, über Kommentare und Direktnachrichten kann Beratung erfolgen. Aber was, wenn die Kunden gar keine sozialen Medien nutzen?

Wer ist eigentlich meine Zielgruppe?

Ende 2018 nutzten laut Facebook 32 Millionen Menschen in Deutschland Facebook. Alle Jahrgänge waren vertreten, allerdings nutzten 90% der Mitglieder den Dienst mobil. Diese Zahlen zeigen an, wer in den sozialen Medien deutlich unterrepräsentiert ist. Besonders Senioren verzichten häufig darauf, sich in die Nutzung eines Smartphones einzuarbeiten. Das Internet ist für sie Werkzeug und Bibliothek, aber kein Ort, um sich mit Marken zu verbinden.

Einzelhändler, die das Gefühl haben, ihre Werbekampagne online wirke sich nicht positiv auf den Umsatz aus, liegen daher oft völlig richtig, ohne zu ahnen weswegen. Wird die falsche Zielgruppe anvisiert, bleiben die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurück. Sie müssen sich daher zuerst fragen, wer genau ihre Zielgruppe ist. Dabei helfen beispielsweise Beobachtungen rund um die bestehende Kundschaft. Eine professionelle Markt- und Konkurrenzanalyse kann ebenfalls Klarheit schaffen. 

Werbekampagnen auch in Print führen

Eine Möglichkeit, eine Balance zwischen Werbung online und offline zu erreichen, ist das Verknüpfen der Printmedien mit den Profilen im Netz. Wer in seinen Kundenmagazinen und Broschüren dazu aufruft, auf Facebook vorbeizuschauen oder einem neuen Unternehmensaccount auf Instagram mit Fotos aus der Produktion zu folgen, spricht eine Zielgruppe an, die bisher vielleicht Scheu vor den sozialen Medien hatte. Eigenständig bedruckte Werbemittel lassen sich einfach erstellen und komplett individualisieren.

Kundenmagazine sind dabei ein aktueller Trend, der Nähe zwischen Kunden und Unternehmen schafft und dem Kunden das Gefühl gibt, Teil einer besonderen Insidergruppe zu sein. So informieren beispielsweise Fitnessstudios über Ernährungstrends und Sportarten, Buchhändler über spannende Neuerscheinungen und Biomärkte zu saisonalen Rezepten. Der Nutzen für beide Seiten ist greifbar, auch wenn die Werbeform selbst eines größeren Planungsaufwandes bedarf. 

Werbekampagnen auch weiterhin gedruckt ausspielen

Über die positive Resonanz auf Magazine, Broschüren und Werbeflyer sind Einzelhändler immer wieder überrascht, doch die dahinterstehende Aussage ist klar: Auch wenn die Digitalisierung des Alltags voranschreitet, wird Printwerbung in Sachsen und Umgebung noch lange beliebt bleiben. Je persönlicher die Werbung, desto besser funktioniert sie im Freistaat. Auch wenn in Zukunft nahezu jeder Bewohner der größeren Ortschaften und Städte über sein Smartphone einkauft, der Einzelhandel wird durch Verknüpfung von E-Commerce und stationärem Geschäft weiterhin eine Brücke zwischen den Medien schlagen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin H. Zander.