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Pro: Fußgänger gehören nicht unter die Erde

Von Tobias Hoeflich, SZ-Autor

Die Zuschüttung der Unterführung ist aus finanziellen und stadtplanerischen Gründen richtig. Neben den regelmäßigen Kosten, den Tunnel zu unterhalten, verschwindet auch das Risiko, dass er bei einer Flut immer wieder saniert werden muss. Gleichzeitig ergibt sich für die Röhre keine Notwendigkeit mehr, sobald oberirdisch eine bequeme Querungsmöglichkeit über die Große Meißner Straße geschaffen und diese Verkehrsschneise verschmälert wird. Auch damit hat der Stadtrat die Verwaltung schließlich in seiner jüngsten Sitzung beauftragt.

Gleichzeitig bietet die Zuschüttung mehr Spielraum bei der künftigen Gestaltung des Neustädter Marktes. Die langen Tunnelrampen verhindern eine engere Bebauung, etwa am östlichen Brückenkopf gegenüber dem Blockhaus. Die ist aber nötig, will man dem Neustädter Markt wieder einen Platzcharakter verleihen und ihm so ein Stück des einstigen Glanzes zurückbringen. Diese Überlegungen wiegen letztlich schwerer als das Interesse einiger Skater, die gerne die Tunnelrampen entlangrollten.

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Neben dem Stadtrat ist auch die Bürgerschaft gespalten. Eine Linken-Ortsbeirätin will für den Erhalt der Röhre kämpfen.

Auch das oft gesungene Klagelied, wieder verschwinde ein Stück DDR-Architektur, weist schiefe Töne auf: Was soll an dieser schlichten Röhre, die regelmäßig von Wildpinklern aufgesucht wurde, historisch wertvoll sein? Sie ist vielmehr ein übles Zeugnis einer verfehlten Politik, nach der Fußgänger zugunsten breiter Straßen unter die Erde geschickt wurden.

Im Übrigen zeigt der Beschluss, der durch CDU, AfD und Grüne erlangt wurde: Hier haben Pragmatismus und Sachverstand über politisches Lagerdenken und Parteiideologien gesiegt. Gut so!