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Probejahr auf Mildenstein

Hinter den dicken Mauern der Burgen wird Arbeit gestrafft. Die Besucher von Kriebstein und Leisnig sollen das nicht merken.

© Archiv/Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Leisnig. Am Dienstag um 11 und um 14 Uhr wird Ritter Ilja mit Ferienkindern einen mittelalterlichen Streifzug durch die Spiel- und Turnierwelt von Kindern und Heranwachsenden vor ein paar Jahrhunderten unternehmen. Während der sächsischen Winterferien öffnen sich auch die Tore von Burg Mildenstein. „Die offizielle Besuchersaison beginnt vor Ostern am 24. März“, sagt Susanne Tiesler. Sie leitet seit kurzem die Burgen Mildenstein in Leisnig und Kriebstein. Doch sie ist nicht die einzige, die auf zwei Hochzeiten tanzt.

Patricia Spruck, bisher Veranstaltungsmanagerin auf Kriebstein, hat zum Jahreswechsel nun auch diese Aufgaben von Sabine Rötzsch in Leisnig übernommen, die in den Ruhestand ging. Um die Öffentlichkeitsarbeit auf beiden Burgen kümmert sich die Chefin nun selbst. „Wir wollen in diesem Jahr erst einmal schauen, ob das so funktioniert“, erklärt Susanne Tiesler. Damit begründet sie zugleich, weshalb im Veranstaltungskalender, der für beide Häuser vorliegt, überwiegend die Angebote zu finden sind, die das Stammpublikum schon kennt. Mit Neuem sollte im Moment noch nicht experimentiert werden. Außer vielleicht, sich gegenseitig stärker als bisher Besucher zu empfehlen.

Die neue Burgleiterin kann sich vorstellen, dass es in Zukunft Veranstaltungen gleichen Inhalts nicht jedes Jahr auf Kriebstein und Mildenstein gibt, sondern einmal hier und das andere Mal dort. Das könnte auch für Stammgäste das Entdecken von Neuem bedeuten. Denn während Mildenstein überwiegend Publikum aus den Regionen Leipzig und Dresden anzieht, sind es auch Besucher aus der Region Chemnitz, die auf der Ritterburg Kriebstein etwas erleben wollen.

Das geht natürlich auch auf Mildenstein – in diesem Jahr zum Beispiel in der Sonderausstellung „Jegliches hat seine Zeit“. Die wurde für Schloss Weesenstein konzipiert und wird für Leisnig jetzt mit Regionalem aktualisiert. „In der Ausstellung geht es um Feste und Bräuche, die der Mensch von der Geburt bis zum Tod erlebt, ob Taufe, Jugendweihe oder Hochzeit“, erzählt Susanne Tiesler. Damit hoffen die örtlichen Museologen, eine große Zielgruppe zu erreichen, weil das Thema eben jeden betrifft und somit ansprechen sollte. Weiterhin wird es noch kleinere Ausstellungen mit Malereien und Grafiken in der Kaplan- und der Hofstube geben.

Nicht mehr wegzudenken ist vom Mildenstein der mittelalterliche Burgalltag, den die gleichnamige Gruppe diesmal vom 20. bis 25. Mai aufleben lässt. Wer mag, kann sich als Magd in der Schwarzküche oder beim Wäschewaschen nützlich machen. Eine Anmeldung ist dazu nicht nötig. Wer sicher sein will, dass er dabei sein kann, der sollte vorher kurz anrufen, damit die Gruppe nicht gerade außerhalb der Burgmauern unterwegs ist.

Ansonsten können sich die Besucher der Burg Mildenstein wieder auf ein Ritterspektakulum Ende April sowie Blues im Herrenhauskeller im April und November freuen. Die Reihe „Für Geist und Magen“ wird unter anderem mit einem kurfürstlichen Bankett und einem Suppenkochen in der neuen mittelalterlichen Schwarzküche fortgesetzt. Es gibt Führungen zu den sakralen Besonderheiten auf Mildenstein, zum Thema Bierbrauen und der Zeit des Gefängnisses. Darüber hinaus sind während der Ferien und auch sonst eine Menge Sonderführungen und Mitmachangebote für Kinder im Programm. Die Schulen haben ihre Projektwochen bereits geplant und Termine auf Mildestein gebucht.

Insgesamt lockten die Angebote im Vorjahr rund 33 000 Besucher auf die Burg Mildenstein. „Wir hatten uns durch die Eröffnung des Herrenhauses ein wenig mehr Zuspruch erhofft“, gibt Susanne Tiesler zu. Sie rechnet damit, dass der Zulauf kommt, „wenn sich die Erweiterung der Ausstellung erst einmal herumgesprochen hat“.