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Döbeln

Probeweise Sonnenschutz für Grundschule

Wie lässt es sich lernen, wenn Fensterfolien den Einfall von Licht und Wärme dämpfen? Auf diese Frage soll es bald konkrete Antworten geben.

Sonnenschutz-Experte Andreas Schmidt und seine Mitarbeiter werden Proberäume in Leisniger Schulen mit einer Klebefolie ausstatten, die einen Blend- und Hitzeschutz zugleich bieten kann.
Sonnenschutz-Experte Andreas Schmidt und seine Mitarbeiter werden Proberäume in Leisniger Schulen mit einer Klebefolie ausstatten, die einen Blend- und Hitzeschutz zugleich bieten kann. © Lars Halbauer

Nach zwei heißen Sommern stellt die Stadt Leisnig als Schulträger in Zukunft ein etwas entspannteres Lernen in den Schulhäusern in Leisnig und Sitten in Aussicht. Allerdings müssen die Schüler und Lehrer dafür noch die nächsten Monate durchhalten – sofern sie zurück in die Schulen dürfen.

Ende Januar hatten sich die Stadträte verschiedene Möglichkeiten des Sonnenschutzes für die Bildungseinrichtungen vorstellen lassen. Dabei ist die Auswahl eingeschränkt. Denn Außenjalousien kommen zum Beispiel am jüngeren Haus der Peter-Apian-Oberschule nicht infrage. Dort sind die Fenster geteilt, im oberen Bereich befinden sich Bögen.Nicht abgeneigt waren die Räte deshalb von dem Vorschlag von Ursula Schmidt von der Leisniger Firma Alfred Brasse Sonnenschutztechnik. Sie stellte Folien als eine Variante vor, Licht und Sonneneinstrahlung zumindest teilweise wirkungsvoll aus den Klassenzimmern zu verbannen. Mithilfe eines Gerätes simulierte sie, wie sich die Umgebungstemperatur mit und ohne Schutzfolien, die es in verschiedenen Wirkungsgraden gibt, aufheizt.

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Test in der Praxis

Schon diese kurze Demonstration konnte einige der Räte überzeugen. Einen anderen Vorteil sahen sie darin, dass beim Aufbringen der Folien nicht in die Fassade der Gebäude eingegriffen werden muss. Denn bei der Grundschule in Sitten handelt es sich um ein Denkmal. Dort und in den übrigen Schulhäusern will die Kommune wirklich nur da in einen Licht- und Sichtschutz investieren, wo es aufgrund der Lage der Räume (überwiegend Südseite) sowie wegen des künftigen Einsatzes von digitalen Tafeln notwendig ist. Eine Auflistung der Zimmer liefert die Verwaltung.

Dann sollte es auch Aussagen darüber geben, wie sich die Verdunkelung der Scheiben auf das Lernen auswirkt. Müssen früher beziehungsweise länger künstliche Lichtquellen benutzt werden? Ermüden die Schüler dadurch schneller? Solche und ähnliche Fragen hatten sich die Kollegen der Grundschule gestellt, wie Schulleiterin Therese Bretschneider in der Ratssitzung sagte, in der die Verdunklungsmöglichkeiten vorgestellt worden sind. 

Zuerst wird in Proberäumen getestet

Auch auf die Frage, ob Nachbarn von den Folien geblendet werden, erhofft sie sich eine Antwort. Damit es die geben kann, werden in den Schulen in den nächsten Tagen Proberäume mit den Folien beklebt. So dürfen diese Hilfsmittel unter realen Bedingungen getestet und nicht nur im Präsentationsraum der Fischendorfer Spezialfirma angeschaut werden. Können sich die Räte und Lehrer mit dem Schutz durch Folien arrangieren – sicher haben die nicht nur Vorteile – wird der Auftrag wahrscheinlich über den Sommer ausgeschrieben.

 „Ich gehe davon aus, dass wir im Herbst mit den Schutzvorkehrungen beginnen können“, sagt Bauamtsleiter Thomas Schröder.Abhängig machen er und Bürgermeister Tobias Goth (CDU) die Umsetzung von Licht- und Wärmeschutz aber auch von anderen wichtigen Vorbereitungen. Die hängen mit dem Digital-Pakt zusammen. Um für digitale Tafeln, den Einsatz von Tablets und die dafür nötigen leistungsstarken Internet-Anschlüsse die baulich-technischen Voraussetzungen zu schaffen, sind in allen Bildungsrichtungen Maurer- und Malerarbeiten nötig, Beleuchtungen und Fußböden müssen erneuert werden. Dafür hatte die Kommune für alle drei Schulen EU-Fördergeld in Höhe von mehr als einer halben Million Euro beantragt.

Gute Chancen auf Fördergeld

Das Entscheidungsgremium der Leader-Region Sachsenkreuz plus habe die Anträge für die Oberschule Leisnig und die Grundschule Sitten befürwortet, so der Rathauschef gegenüber dem Döbelner Anzeiger und Sächsische.de. „Für die Grundschule in Leisnig versuchen wir auf anderem Weg, Zuschüsse zu bekommen“, kündigt er an. Die letzte Hürde sei auch für die erstgenannten Schulen noch nicht genommen. Über den endgültigen Einsatz des EU-Geldes entscheidet das Landratsamt Mittelsachsen. Woher der in jedem Fall nötige Eigenanteil der Stadt Leisnig kommen soll, dafür hatte Kämmerin Andrea Schlehahn bereits Vorschläge unterbreitet. Diese haben die Räte akzeptiert.

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