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Probleme in der Koala-WG

Iraga kommt mit seinem Zimmernachbarn nicht klar – und muss nun umziehen.

© Wolfgang Wittchen

Von Jana Mundus

Nur noch wenige Tage ist der zweijährige Koala Iraga im Dresdner Zoo zu sehen, dann wird er verschwinden. Leben wird er in Zukunft hinter den Kulissen des Professor-Brandes-Hauses. Es ist die einzige Möglichkeit, die den Tierpflegern bleibt, um seine Gesundheit zu schützen. Im November kam der Koala gemeinsam mit seinem jetzigen Zimmernachbarn Mullaya aus dem Duisburger Zoo nach Dresden. Doch die männliche Konkurrenz im Nachbargehege verträgt Iraga nicht.

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„Es war ein Experiment, ob wir zwei männliche Tiere so nah beieinander halten können“, sagt der zoologische Leiter Wolfgang Ludwig. Leider sei dieser Versuch gescheitert. Während der einjährige Mullaya gut damit zurechtkommt, neben Iraga zu leben, ist es andersherum problematischer. Iraga fühlt sich gestört, nimmt nicht mehr zu. „Er hält schon seit Monaten seine sechs Kilo“, so Ludwig weiter. Gefährlich sei diese Situation zwar nicht, aber der Koala würde sich erst besser entwickeln, wenn er abseits der Koala-Konkurrenz untergebracht wird. Wahrscheinlich wird er deshalb in der nächsten Woche ein neues Plätzchen im Professor-Brandes-Haus bekommen.

Eigentlich will der Dresdner Zoo in Zukunft zusätzlich ein Weibchen halten und mit der Zucht beginnen. Auch das weibliche Tier könnte aus dem Duisburger Zoo kommen. In Misskredit geraten die Dresdner durch die neue Entwicklung in Sachen Koala-Haltung bei den Kollegen in Nordrhein-Westfalen allerdings nicht. „Das ist ganz normal, dass männliche Koalas so reagieren können“, erklärt Wolfgang Ludwig. Auch andere Zoos, die mehrere Männchen besitzen, halten diese nicht alle in den Schaugehegen. Sie leben sehr oft getrennt voneinander abseits des Besucherrummels.

Abgeben wolle der Dresdner Zoo Iraga deshalb auch in Zukunft nicht. „Für die Zucht ist es sogar von Vorteil, wenn in der Nähe noch der Duft eines anderen Konkurrenten in der Luft ist“, erklärt der Experte. „Dann sind die Koalas dem Weibchen gegenüber aktiver.“