merken

Projekt endet mit Blasmusik

Ein Jahr lang haben sich Vertreter des Klosters und der Festung Theresienstadt ausgetauscht. Neben Kultur ging es um Denkmalpflege und Marketing.

© André Braun

Von Heike Heisig

Leisnig/ Theresienstadt. Ein mitreißendes Konzert mit nordböhmischer Blasmusik konnten Besucher des Klosters Buch im ehemaligen Kuhstall erleben. Zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit traten dort die jungen Musiker des Blasorchesters „Dechovanka“ auf. Sie wollten eigentlich den geschichtsträchtigen Ort an der Mulde schon viel früher kennenlernen. „Doch irgendwie sind wir mit der Terminplanung nicht unter einen Hut gekommen“, erklärt Rica Zirnsack vom Förderverein Kloster Buch.

Stars im Strampler aus Döbeln
Stars im Strampler aus Döbeln

Hier werden Fotos von Neugeborenen gezeigt, die aus Döbeln oder aus der Region kommen. Vielleicht ist auch Ihr Bild bald dabei?

Der Kontakt zu dem Jugendblasorchester ist durch ein deutsch-tschechisches Projekt zustande gekommen. In einem früheren EU-Programm, kurz NCE, sind zwischen 1999 und 2002 schon wichtige Arbeitspapiere für das Kloster erarbeitet worden. Unter anderem gab es eine Bestandsaufnahme, Nutzungsideen wurden zusammengetragen und diese mit Kostenschätzungen unterlegt. „Darauf haben wir nach der Flut 2002 aufbauen können, als wir schnell handeln mussten und dafür konkrete Zahlen brauchten“, erinnert sich Rica Zirnsack. Bei dem Projekt jetzt – konkret mit der Festung Theresienstadt – sei es den Tschechen darum gegangen, wie im Kloster die Zusammenarbeit zwischen Förderverein als Bauherr, dem Planer und Restaurator sowie den Denkmalschützern funktioniert hat. Das wollten sich die Tschechen unlängst vor Ort ansehen. Erst in der vergangenen Woche waren Vertreter des Vereins, Restaurator Thomas Schmidt und Denkmalpfleger Jörg Liebig noch einmal in Theresienstadt, um über die Erfahrungen zu berichten.

„Baulich ist in der Festungsanlage schon viel passiert, auch mit Unterstützung von Geld aus der EU“, schildert Rica Zirnsack ihre Eindrücke. Sie hat aus den Gesprächen mitgenommen, dass die Tschechen vom Marketing her aufholen wollen. Zu oft, so hätten die Projektpartner geklagt, würden Besucher Theresienstadt als erstes nur mit dem ehemaligen Konzentrationslager in Verbindung bringen und sich wenig bis gar nicht für anderes wie die historische und durchaus sehenswerte Festungsanlage interessieren.

Zum Projekt gehörte weiterhin, dass für beide Kulturstätten Flyer in deutscher und tschechischer Sprache entstanden sind, jeder für den anderen geworben hat und dies weiterhin tun will. Dass es nun auch nach Projektende eine freundschaftliche Verbindung zwischen den kulturhistorischen Städten in Sachsen und Nordböhmen gibt, davon geht Rica Zirnsack aus. „So weit ist es bis Theresienstadt nicht“, sagt sie. In zwei Stunden Autofahrt sei die Stadt in Böhmen für gewöhnlich erreicht. „Schon ein Tagesausflug dorthin lohnt“, findet die Projektleiterin nach mehrmaligem Besuch in Theresienstadt.