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Prosten fürs Pfarrhaus

Nach der Sanierung zieht in das Denkmal an der Emmauskirche nicht nur der Pfarrer ein.

© René Meinig

Von Sarah Herrmann

Nur keine Socken

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Man atme die Geschichte förmlich, sagt Pfarrer Thomas Markert über das Areal rund um die Emmauskirche. Die älteste Kirche im Elbtal, der älteste Baum der Stadt. Und auch das Pfarrhaus ist geschichtsträchtig. 1682 erbaut, brannte es 1802 ab und wurde wieder aufgebaut. Seitdem hat sich an dem Denkmal kaum etwas getan – bis die Gemeinde 2017 mit der Sanierung begann. Die entwickelte sich zu einer Herausforderung.

So dauert sie nicht nur ein halbes Jahr länger. Auch die Kosten für den Ausbau sind weitaus höher als veranschlagt. „Wir hatten ursprünglich mit rund 800 000 Euro gerechnet“, berichtet Markert. Nun werden es wohl 1,2 Millionen. Das liege an der allgemeinen Konjunktur im Bauwesen sowie an einigen Überraschungen, die es während der Sanierung gab. So mussten die Bauleute eine Seite des Giebels rekonstruieren, weil er instabil war. Schwamm und morsche Balken wurden auch entdeckt. Nun gehe es aber gut voran. Am 17. Juni soll es zur Eröffnung ein Sommerfest geben – pünktlich zur Deutschland-Mexiko-Begegnung bei der Fußballweltmeisterschaft. „Das war Zufall“, sagt Markert. Gleichwohl räumt er ein, dass er von vielen im Viertel der Fußball-Pfarrer genannt wird, weil er bei Europa- und Weltmeisterschaften zum gemeinsamen Leinwandschauen einlädt.

Die Bewirtung ist dabei künftig kein Problem mehr. Im Erdgeschoss des Pfarrhauses entstehen Veranstaltungsräume samt Toiletten und Küche. Dank neuer Eingänge gelangt man von der Kirche durchs Haus zum Hof. In den Räumen sollen nicht nur Veranstaltungen der Gemeinde stattfinden. Sie können auch angemietet werden. Ein weiterer Raum entsteht im Kellergewölbe. Auch Büro und Wohnung des Pfarrers werden in dem Gebäude untergebracht. Um die Ausgaben reinzuholen, entstehen zudem zwei Mietwohnungen. Dieses Modell gibt es in Deutschland häufiger.

Während der Zeitplan keine Probleme mehr macht, bereiten die Finanzen Sorge. „Uns fehlen für die Gemeinderäume etwa 90 000 Euro“, sagt Markert. Er hat deshalb nun eine besondere Aktion gestartet. Interessierte können symbolisch eine Fußbodenfliese, ein Fenster oder eine Tür erwerben. Dafür zahlen sie zwischen 50 und 500 Euro. Wer spendet, wird auf einer Tafel in der Emmauskirche verewigt. „Natürlich planen wir auch andere Aktionen“, sagt der Pfarrer. So sollen auch die Einnahmen aus dem gemeinsamen Fußballschauen in die Sanierung fließen – auch vom Bratwurst- und Bierverkauf. Prosten fürs Pfarrhaus.

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