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Protest gegen Uransuche in Niederschlesien

4.000 Polen wehren sich gegen die Pläne einer australischen Firma, die probeweise bohren will.

Von Irmela Hennig

Jelenia Góra. Einwohner Niederschlesiens und Umweltschützer aus mehreren europäischen Ländern protestieren gegen geplante Uranerkundungen im Hirschberger Tal. Heute wird die Lomnitzer Hotelbesitzerin Elisabeth von Küster mehr als 4 000 Unterschriften an den polnischen Präsidenten übergeben, die entsprechende Pläne eines australischen Unternehmens ablehnen. Die Firma European Resources mit Stammsitz im westaustralischen Perth hat Interesse an Uranlagerstätten in Westpolen. An 35 Stellen zwischen Luban und Walbrzych sind Probebohrungen angedacht. Für einige Gemeinden, zum Beispiel Lubomierz nahe Jelenia Góra liegt die Genehmigung der Gemeinde schon vor. Ob Umweltaktivisten dagegen klagen, oder das Vorhaben von höherer Stelle gestoppt wird, ist noch offen. Andere Gemeinden wie Stara Kamienica lehnen die Pläne ab.

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Polens Parlament wird sich voraussichtlich bis Ende Februar grundlegend mit dem Thema befassen. Die Uranvorkommen des Landes galten bislang als nicht sehr ergiebig. Die Förderung wurde als zu teuer und aufwendig eingeschätzt. Auch bei den Plänen für eigene Atomkraftwerke spielten sie keine Rolle. Aus einem Dossier zum polnischen Atomkraft-Programm geht hervor, dass das Land auf Importe setzt. Allerdings könne man langfristig über die eigenen Vorräte nachdenken – auch für andere Zwecke, nicht für die Energiegewinnung.

In Polen förderten die Sowjets bereits ab den späten 1940er Jahren bis Mitte der 60er Jahre Uran. Noch heute sind viele Altlasten nicht beseitigt. Das Wasser ist in einigen Gegenden mit Radon belastet.