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Kamenz

Protestaktion gegen Abschiebung

Der frühere Kamenzer Pastor Wilfried Krause will sich für vier Stunden an einen Mast ketten – um auf ein Schicksal aufmerksam zu machen.

Das Asylheim in Kamenz. Hier wohnte das venezuelanische Ehepaar zuletzt. © Robert Michael

Kamenz. Am Montag, dem 18. März, plant Pastor i.R. Wilfried Krause eine ungewöhnliche Protestaktion auf dem Kamenzer Markt. „Ab 10.30 Uhr will mich für etwa vier Stunden an einen Lampenmast anketten“, teilte er am Freitag der SZ mit. Für dies „Demo“ der etwas anderen Art nennt Wilfried Krause seine Gründe. Es gehe um die Abschiebung eines venezuelanischen Ehepaares, das am vergangenen Sonntag aus dem Kamenzer Asylheim abgeholt und in einen Flieger in ihr bürgerkriegsgefährdetes Heimatland gesetzt wurde. Der langjährige Pastor der Kamenzer Adventsgemeinde hatte das junge Paar vor einiger Zeit kennen- und schätzengelernt – zum Beispiel im Deutschunterricht, denn der Rentner in Kamenz für Asylbewerber und Flüchtlinge mit angeboten hat. Jetzt erhielt er eine Mail aus Venezuela, in denen die Eheleute von ihrer ungewollten Odyssee berichteten. „Bereits bei der Ankunft auf dem Flugplatz ist den beiden alles Geld weggenommen worden.“

Besonders wütend macht Wilfried Krause, dass den Eheleuten eine gewünschte Ausreise nach Peru zur Mutter der Frau aus fadenscheinigen Gründen verweigert wurde. „Mir fällt im Augenblick nichts anderes ein, um auf diese Untat zu reagieren“, so der insbesondere auch in der Ökumene engagierte Mann. (SZ)

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