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Proteste gegen neue Königsbrücker

Die Sanierung der Königsbrücker Straße bewegt die Dresdner. Bei einer Einwohnerversammlung ist die deutliche Mehrheit gegen den geplanten Ausbau. Wie geht es nun weiter?

Von Tobias Winzer

Die Sanierung der Königsbrücker Straße bewegt die Dresdner. Die am Freitag anberaumte Einwohnerversammlung hat so viele Menschen ins Kulturrathaus gelockt, dass keiner der Stühle frei blieb. Es mögen wohl rund 500 Dresdner gewesen sein, die sich für die Ausbaupläne der Stadt interessierten. Schnell wurde klar, welche Meinung ein Großteil der Anwesenden vertritt: Als der Vorstand der Verkehrsbetriebe, Reiner Zieschank, die jetzigen Sanierungspläne als „guten Kompromiss“ bezeichnete, erntete er den müden Beifall von zehn Menschen. Als dagegen der Grüne-Ortsbeirat Michael Ton fragte, ob die sinkenden Verkehrszahlen nicht Anlass seien, die Planungen noch einmal zu überdenken, jubelte das Publikum.

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Die Befürworter einer Sanierung im Bestand waren gestern Abend klar in der Mehrheit. Lag es daran, dass die meisten Anwesenden in der Nähe der Königsbrücker Straße wohnen und deshalb kein Interesse an einer großen Straße vor ihrer Haustür haben? Meldeten sich die Befürworter eines Ausbaus nicht zu Wort? Oder gibt es sie tatsächlich nicht? Mit diesen Fragen werden sich nun die Stadträte bei ihrer Entscheidungsfindung befassen müssen.

Trotz des hitzigen Themas wurde am Freitagabend erstaunlich sachlich diskutiert. Der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, Reinhard Koettnitz, zeigte in einer schicken 3D-Simulation, wie sich die Stadt die sanierte Königsbrücker vorstellt.

Baustart 2016 möglich

Demnach würde sich die Königsbrücker Straße von heute durchschnittlich zehn Metern auf 17 Meter verbreitern. Die beiden Straßenbahngleise in der Mitte der Straße könnten fast überall von Autos überfahren werden. Daneben gibt es jeweils noch eine eigene Spur für Autos und etwa zwei Meter breite Radwege. Die Fußwege werden dadurch an einigen Stellen deutlich schmaler. Zum Beispiel schrumpft der Fußweg an der Ecke Königsbrücker Straße/Lößnitzstraße von heute rund 16 Metern auf neun Meter zusammen. 32,6 Millionen Euro soll das insgesamt kosten. Baustart wäre voraussichtlich 2016.

Die größte Veränderung für Autofahrer gäbe es an der Kreuzung zum Bischofsweg: Damit sich Autos und Straßenbahnen nicht gegenseitig blockieren, fällt der Linksabbieger in Richtung Bischofsplatz weg. Wer von der Königsbrücker Straße zum Bischofsplatz fahren will, müsste den Umweg über die Tannenstraße und die Rudolf-Leonhard-Straße nehmen.

Mehrere Fragesteller befürchten deshalb Schleichverkehr durch das Hechtviertel. „Unsere Analysen sehen anders aus“, entgegnete Koettnitz. Die Frage nach den Verkehrszahlen umschiffte Koettnitz. Er bestätigte zwar, dass mit 14.000 Fahrzeugen pro Tag derzeit weniger Autos und Laster auf der Königsbrücker Straße unterwegs sind als vor der Eröffnung der Waldschlößchenbrücke. Den Planungen würden aber die Verkehrsprognosen für das Jahr 2025 zugrunde liegen. Dafür erwarte die Stadt wieder einen Anstieg auf 17.000 Fahrzeuge „Die nächste Prognose für das Jahr 2025 wird nicht vor 2015 kommen.“

Stadtratsentscheidung im Februar

Nun hängt alles am Stadtrat. Voraussichtlich in seiner Februar-Sitzung entscheidet er über die vorgeschlagene Sanierungsvariante. Vor der Einwohnerversammlung bekannte sich die CDU, die die mit Abstand stärkste Fraktion stellt, zu den Plänen. „Die Planungsvariante erfüllt alle Anforderungen im Hinblick auf Stadtteilverträglichkeit, Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit. Weitere Umplanungen führen nur zu weiteren und unnötigen Verzögerungen“, sagte CDU-Stadtrat Gunter Thiele. Auch die FDP gehört zu den Befürwortern des Ausbaus.

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Unentschieden ist hingegen die SPD. „Wir werden die Ergebnisse der Einwohnerversammlung auswerten und sind gespannt, wie die Stadt darauf reagiert“, sagte Stadtrat Axel Bergmann. Man könne die deutliche Abnahme der Verkehrsmenge aber nicht einfach ignorieren. Die Grünen machen sich für eine schmale Königsbrücker Straße stark. Zwischen Louisenstraße und Bischofsweg sollen sich Straßenbahnen und Autos eine Spur pro Richtung teilen. Damit Fußgänger leichter über die Straße kommen, soll es einen begehbaren Mittelstreifen geben.