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Prozess um Milchbauern-Blockade im Juli

Bautzen - Die Blockade des Sachsenmilch-Werks in Leppersdorf bei Dresden Anfang Juni 2008 hat ein juristisches Nachspiel: Die Müllermilch-Tochter verlangt nach Angaben des Landgerichts Bautzen vom Mittwoch mehr als 620 000 Euro Schadenersatz von Verbänden und Bauern.

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Bautzen - Die Blockade des Sachsenmilch-Werks in Leppersdorf bei Dresden Anfang Juni 2008 hat ein juristisches Nachspiel: Die Müllermilch-Tochter verlangt nach Angaben des Landgerichts Bautzen vom Mittwoch mehr als 620 000 Euro Schadenersatz von Verbänden und Bauern. Der Prozess beginne am 31. Juli.

Landwirte aus ganz Deutschland hatten vom 1. bis zum 3. Juni die Zufahrten zu der sächsischen Molkerei blockiert. Bundesweit fanden in jenen Tagen derartige Aktionen statt, um einen höheren Milchpreis zu erzielen. Sachsenmilch hatte nach eigenen Angaben wegen der Blockade tägliche Verluste von 1,5 bis 2 Millionen Euro.Die Klage von Sachsenmilch richtet sich gegen den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, den Landesbauernverband Brandenburg, die Erzeugergemeinschaft BDM Freie Milch AG, gegen zwei ihrer Vorstände und ein Aufsichtsratsmitglied sowie gegen drei an der Blockade beteiligte Landwirte aus Niederfrohna (Sachsen), Rochau (Sachsen- Anhalt) und Mühlenbach (Baden-Württemberg), so das Gericht.

Sachsenmilch kritisierte, das zu den Blockaden per Flugblätter und im Internet aufgerufen wurde. Die Molkerei will auch erreichen, den Beklagten unter Androhung eines Ordnungsgeldes in Höhe von 250000 Euro für die Zukunft zu untersagen, das Werk in Leppersdorf zu blockieren. Auch soll Schadenersatz für alle entstandenen oder noch auftretenden Schäden gezahlt werden. (dpa)