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Prozess um Schlägerei geht zu Ende

Anfang 2015 sorgte ein Angriff auf zwei Eritreer für Aufsehen. Jetzt könnte endlich ein Urteil fallen. Zuvor gab es einen kuriosen Vorfall.

© Sebastian Schultz

Von Stefan Lehmann

Riesa. Mehr als drei Jahre nach einer möglicherweise rassistisch motivierten Schlägerei in Riesa könnte nun ein Urteil fallen. Am Dienstag, 17. Juli, verhandelt das Riesaer Amtsgericht gegen zwei mutmaßliche Täter. Ihnen wird vorgeworfen, im Februar 2015 zwei Eritreer verfolgt und mindestens einen von ihnen geschlagen und getreten haben. Zuvor hatte es wohl einen Streit in der Diskothek R1 im Riesenhügel gegeben. Dort wurden die beiden auch rassistisch beschimpft, wie sie später erklärten.

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Der Prozess wurde schon mehrfach anverhandelt. Es sei wirklich an der Zeit, zum Ende zu kommen, sagt Amtsgerichts-Chef Herbert Zapf. Das Verfahren war schon im Januar 2017 am Amtsgericht eröffnet worden. Damals war allerdings eines der Opfer nicht erschienen – es hatte den Wohnort gewechselt. Zudem gibt es nur wenige Dolmetscher für Tigrinya, die eritreische Landessprache. Ohne ging es aber in diesem Verfahren nicht, weil die Geschädigten nicht gut genug Deutsch sprechen.

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Richter Herbert Zapf hofft nun, dass das Verfahren noch vor der Urlaubszeit ein Ende findet. Zumindest die beiden Opfer der Tatnacht werden dieses Mal wohl erscheinen: Nachdem einer von ihnen beim jüngsten Termin vor zwei Wochen nicht erschienen war, soll er diesmal vorgeführt werden. Sein Landsmann sorgte derweil bei jener Verhandlung für einen kuriosen Zwischenfall, der ihm noch ein juristisches Nachspiel einbringen könnte: Bei der routinemäßigen Taschenkontrolle am Eingang des Gerichtes fanden die Justizbeamten bei ihm Marihuana.