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Publikum bleibt Operette treu

Nach der Havarie erlebt die Spielstätte großen Zuspruch. Trotzdem sind die finanziellen Einbußen erheblich.

© Sven Ellger

Von Kay Haufe

Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt, tatsächlich hätte diese Beschreibung für die Spielzeit 2017/18 der Staatsoperette erfunden werden können. Einer großartigen Auslastung von 87 Prozent stehen 600 000 Euro Verlust gegenüber.

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Die Saison in der neu eröffneten Spielstätte im Kulturkraftwerk begann vielversprechend, viele Aufführungen waren lange im Voraus ausverkauft. Doch ein schwerwiegender Fehler am 18. Oktober des Vorjahres veränderte alles. Während einer turnusmäßigen Technikprüfung aktivierte der Mitarbeiter der Installationsfirma den falschen Brand-Prüfabschnitt, bei dem die Wasserzufuhr noch nicht abgestellt war. Rund 16 000 Liter Wasser ergossen sich in 30 Sekunden über den Bühnenturm.

In der Folge waren nicht nur 350 Geräte durchnässt sowie Unterbühnenmaschinerie und der Bühnenboden. Auch die Bühne war unbenutzbar. In der Folge mussten alle Vorstellungen im Oktober und November abgesagt werden. Im Dezember zeigte das Musiktheater nur zwei Produktionen auf der Vorbühne. Bis einschließlich April 2018 fielen 45 Vorstellungen aus, sagt Pressesprecherin Jana-Carolin Wiemer. „Dieser Ausfall, die Rabatte für die Vorbühnen-Vorstellungen und die Kaufzurückhaltung bedeuteten einen Einnahmeverlust von 60 0000 Euro.“ Doch ab Februar ging es Schlag auf Schlag. Geplant waren eigentlich nur zwei Premieren und eine Wiederaufnahme-Premiere.

Um keines der künstlerischen Projekte zu verlieren, wurden es dann jedoch vier Premieren und eine Wiederaufnahme-Premiere. Außerdem entstand mit The Black Rider die erste Koproduktion des Theaters Junge Generation und der Staatsoperette. Nicht nur die Besucher zeigten sich außerordentlich solidarisch mit dem Staatsoperetten-Ensemble, auch Musiker der Dresdner Philharmonie. Sie luden spontan zu einem gemeinsamen Konzert im Kulturpalast ein, das innerhalb einer knappen Woche ausverkauft war.

Am Montag begann die Demontage des Holzbodens der Vorbühne, des Orchestergrabens und auch der Hinterbühne. Dort werden letzte Wasserschäden beseitigt. Dabei werden auch die Beleuchtungen des Dirigentenpults und des Souffleurkastens verbessert. Zum neuen Spielzeitbeginn geht es am 1. September mit „Im Weißen Rössl“ weiter, zusammen mit dem Sommerfest aller Kraftwerks-Mieter.