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Puck im Park

Niesky will auch das Gelände um das Eisstadion aufwerten und so ein altes Erholungsgebiet zu neuem Leben erwecken.

Von Alexander Kempf

Beim Neujahrsempfang wird gerne mal in die Zukunft geschaut. Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann hat sich in ihrer Rede nicht nur das Niesky von morgen ausgemalt, sondern sogar einen Blick nach übermorgen gewagt. Geht es nach der Rathauschefin, bleibt es nämlich nicht nur bei der Sanierung des Eisstadions in diesem Jahr. Beate Hoffmann kann sich vorstellen, ab 2017 auch das Gelände rings um das Eisstadion aufzuwerten. Ihr schwebt ein Sport- und Erholungsgebiet vor, von dem alle Nieskyer profitieren würden. „Es soll sich an die Bürger insgesamt richten“, sagt die Oberbürgermeisterin.

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Gereift ist diese Vision im Gespräch mit der Brüdergemeine. Denn der gehören die Waldflächen ringsum das Stadion. Beide Seiten haben wegen der Wege zum Stadion zusammengesessen und dabei auch erste Ideen für eine Umgestaltung des ganzen Areals besprochen. Das Gebiet, in dessen Herzen der Wartturm thront, ist einst besser bekannt gewesen als sogenannte Schwesternplantage. Erste Skizzen des Landschaftsparkes datieren aus dem Jahr 1799, berichtet Stadtrat Lothar Halke. „Die Schwestern der Brüdergemeine haben dort maßgeblich mitgewirkt“, sagt er.

Doch über die Jahrhunderte hat das Gelände an Charme verloren. „Die Parkanlagen sind in einem Zustand, der verbesserungswürdig ist“, sagt Lothar Halke. Er würde sich wünschen, dass auf dem Gebiet Bänke oder andere „Erlebnishöhepunkte“ entstehen. In der Vergangenheit haben beispielsweise einige Holzunterstände das Gebiet geschmückt. Vermutlich sind diese aber schon im 19. Jahrhundert wieder verschwunden, erzählt Lothar Halke. Um den Park wieder zu altem Glanz zu verhelfen, müssten aus seiner Sicht, vor allen Dingen auch die Waldflächen wieder stärker geformt werden. Wildwuchs müsse entfernt und Waldlichtungen geschaffen werden.

„Unsere Vorgänger haben uns etwas hinterlassen, das wir weiter pflegen sollten“, sagt Lothar Halke überzeugt. Doch dafür brauche es ein Konzept und Genehmigungen. Denn das Gebiet stehe unter Denkmalschutz. Bisher ist die Sanierung des Gebietes an den Kosten gescheitert. „Parkanlagen sind immer das letzte in einer Reihe von Maßnahmen“, sagt Lothar Halke. Niesky sei da auch im Vergleich zu anderen Gemeinden ins Hintertreffen geraten. Dabei wäre ein Waldpark eine tolle Ergänzung zum nahen Waldbad. Gerade wenn die Sonne brennt, könnten Spaziergänger hier den Schatten genießen, wirbt er.

Zunächst müsste aber jemand Geld in die Hand nehmen, um den Park wieder aufleben zu lassen. Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann kann sich durchaus vorstellen, dass die Stadt hier vorweg geht. Sie schließt nicht aus, dass die Stadt das Gebiet auch als Eigentümer entwickelt. Sie habe bereits Fördertöpfe im Hinterkopf, die eine Finanzierung möglich machen könnten. Denkbar ist zum Beispiel ein gemeinsames Projekt mit einer tschechischen oder polnischen Partnergemeinde. Nieskys Nachbarn wie Rietschen oder Kreba-Neudorf haben bei der Sanierung von Schulen bereits vorgemacht, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit östlichen Partnern sehr gewinnbringend sein kann.

„Sollte das nicht klappen, finden wir auch alleine einen Weg“, sagt Beate Hoffmann. Die Oberbürgermeisterin sei bezüglich des Sport- und Erholungsgebietes sehr optimistisch. Auch Vertreter der Brüdergemeine wollen das Gelände verschönern. Ob man aber auch bereit sei, das Gelände an die Stadt zu verkaufen, lässt Vorsteherin Sieglinde Eichler offen. „Es ist denkbar, dass wir es übertragen“, sagt sie. Das gesamte Gebiet ringsum das Eisstadion gehöre der Brüdergemeine, erklärt die Vorsteherin. „Wenn dort etwas entwickelt werden soll, dann sind wir mitgefragt“, stellt sie klar. Immerhin würden Planer nicht bei Null anfangen. Laut Lothar Halke gibt es eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten zu den Grünflächen in der Stadt. Die jüngste datiert aus dem Jahr 2005.

Ganz unabhängig von der Finanzierung wird die Aufwertung des Parkgeländes im Nieskyer Westen Zeit benötigen, vermutet Lothar Halke. So könnten beispielsweise die Laubgehölze nur schrittweise freigeschnitten werden, damit sie keinen Sonnenbrand erleiden. Zudem sind auch die Ausmaße des Geländes nicht gerade gering. „Das ist ein knapper Hektar“, schätzt der Stadtrat ein, der auch Teil des Ältestenrats der Brüdergemeine ist. Ihm gefällt, dass die Schwesternplantage genau wie andere Nieskyer Grünanlagen keine herrschaftlichen Gärten sind. „Diese ganzen Anlagen sind aus der Gemeinschaft entstanden“, sagt Lothar Halke anerkennend. „Es wäre schön, wenn wir das wieder aktivieren könnten.“