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Sport

Dresdnerin holt Gold, Silber und Blech

Wasserspringerin Tina Punzel verpasst bei ihrem dritten Start zwar eine Medaille knapp. Doch es könnte trotzdem ihre erfolgreichste EM werden.

Bei ihrer siebenten EM-Teilnahme könnte die Dresdnerin Tina Punzel vier Medaillen gewinnen. © kairospress/Thomas Kretschel

Dresden. Bei jedem Start eine Medaille – das funktioniert nicht mehr. Nach Gold und Silber im Team- und Mixed-Wettbewerb verpasste Tina Punzel am Mittwoch ihren dritten Streich bei der Europameisterschaft der Wasserspringer in Kiew. Im Synchronwettbewerb vom Turm fehlten der Dresdnerin und ihrer Partnerin Christina Wassen am Ende 5,52 Punkte zu Bronze. Besser machte es der EM-Rekordchampion Patrick Hausding. Der 30-jährige Berliner siegte vom Einmeter-Brett und holte seinen insgesamt 15. Titel.

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Wie schon im vergangenen Jahr landet Tina Punzel vom Drei-Meter-Brett auf Rang drei. Die 24-Jährige ärgert sich.

Der Zehnmeter-Turm ist nicht Punzels große Liebe, auf dem Dreimeter-Brett fühlt sie sich wohler, und dort feierte sie auch ihre größten Erfolge. Doch mangels Alternativen bat Bundestrainer Lutz Buschkow die 24-Jährige, an der Seite von Wassen auszuhelfen, was sie endgültig zur Vielstarterin im deutschen Team macht. Insgesamt fünf Wettbewerbe bestreitet Punzel in der Ukraine – und das nur zwei Wochen nach der WM. Der Termin ist ungewöhnlich und nicht ideal. „Ich merke, dass die Spritzigkeit fehlt, alles ein bisschen schwerer geht“, erzählt sie.

Das Problem hätten zwar alle Springer, doch nicht alle Nationen sind auch mit ihren besten angereist. Bei den Briten verzichtete etwa Weltmeister Tom Daley. „Und die Russen haben eher eine B-Mannschaft geschickt“, erzählt Punzel. Der Stellenwert der Titelkämpfe lässt sich auch an der TV-Präsenz ablesen. Es gibt schlicht keine. Vor einem Jahr, als die Wasserspringer ihre EM in die erstmals ausgetragenen European Championships integriert hatten, war das ganz anders. ARD und ZDF übertrugen stundenlang live aus Schottland, und Punzel landete mit ihrem kompletten Medaillensatz sogar in der 20-Uhr-Tagesschau.

Die EM verschwindet von der Bildfläche

Diese EM ist wieder in der Nische verschwunden. Und sie verhinderte, dass die Wasserspringer am vergangenen Wochenende ihre deutschen Meisterschaften bei den Finals in Berlin austragen konnten. Punzel hat die Premiere des Events von Kiew aus am Fernsehen verfolgt. „Ich muss zugeben, dass ich schon ein bisschen traurig bin, dort nicht dabei gewesen zu sein“, sagt sie. „Aber vielleicht klappt das ja in den nächsten Jahren mal. Ich hoffe, dass es eine Fortsetzung geben wird“, erklärt sie. 2025 könnte sie womöglich sogar in ihrer Heimatstadt starten. Dann will sich Dresden um die Ausrichtung der Finals bewerben. „Da gibt es bestimmt eine Volunteer-Stelle für mich“, sagt sie und grinst. Punzel wäre dann 30, für eine Springerin ein hohes Alter. Bei ihrem ersten internationalen Großereignis war sie erst 15.

Seit 2013 hat sie – bis auf 2016 – bei jeder der jährlich ausgetragenen Europameisterschaften mindestens eine Medaille gewonnen. Die Titelkämpfe in Kiew könnten nun ihre erfolgreichsten werden. Vom Dreimeter-Brett tritt sie noch im Einzel- sowie im Synchronwettbewerb an. „Eine Chance aufs Podest habe ich in jeder Disziplin“, sagt sie. Klappt es wie geplant, kämen am Ende vier Medaillen zusammen. „Ein ganz kleines bisschen ist das schon im Hinterkopf“, gesteht sie.

Nur in die Tagesschau würde sie es dann wohl trotzdem nicht wieder schaffen.

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