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Puppentanz und Werkstattbau

Der große Maskenball der Landesbühnen ist fast ausverkauft. Und der Termin für den Umzug der Bühnenbildner steht jetzt auch fest.

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© Archiv/Hagen König

Von Peter Redlich

Radebeul. Peter Kube legt sich gerade Spickzettel für Kochrezepte und Überraschungsgäste an. Am 6. Februar lädt der Schauspieldirektor der Landesbühnen, den die meisten als Komödiant vom Zwingertrio kennen, wieder zur Kochshow in Radebeuls Theaterkneipe Goldne Weintraube ein.

Die Handwerker in den neuen Theaterwerkstätten sind jetzt beim Innenausbau, hier dem Kugelstrahlen des Fußbodens.
Die Handwerker in den neuen Theaterwerkstätten sind jetzt beim Innenausbau, hier dem Kugelstrahlen des Fußbodens. © Norbert Millauer

Kubes Plauderei beim Köcheln ist Teil des großen Maskenballs der Landesbühnen, der an diesem Abend bis weit nach Mitternacht steigen soll. Die große Gala mit Häppchen aus dem Jahresprogramm der Landesbühnen geht dem Tanz für alle auf der Theaterbühne voraus. Radebeuler Profis der Tanzschule Linhart zeigen, wie man perfekt dreht und schwingt und wer will, kann das dann bei Klängen vom „Casanova Society Orchestra“ aus Berlin anschließend auch ausprobieren.

430 Maskenball-Karten

Rockig spielen Sandra Huimanns Band „Machine de Beauvoir“ und Holger Uwe Thews mit Queen-Songs auf der Studiobühne auf. Theatergänger kennen die beiden als Aschenbrödel und Old Shatterhand. Indisches und Marokkanisches, auch zum Essen, gibt es im Ballettsaal. Intendant Manuel Schöbel: „Jeder soll zum Maskenball durch die Räume flanieren, selber tanzen, zuschauen oder zuhören und sein Vergnügen haben. Und wer dann noch Interesse an unserem Repertoire findet, den würden wir gerne übers Jahr wieder begrüßen.“

Für 430 Maskenball-Freunde gibt es an diesem Abend Karten. Die meisten sind schon verkauft. Der zweite große Ball der Landesbühnen nach dem Start im Vorjahr trägt sich, sagt der Intendant. Die 2015er- Zahlen bei den Landesbühnen sind überhaupt erfreulich: Mit 186 000 Besuchern rund 12 000 mehr als 2014. Auch in Radebeul selbst liebt der Einheimische sein Theater. Besonders in der Weihnachtszeit, in der fast ein Drittel mehr Besucher kamen als in den Vorjahren. Stücke wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und auch „Fame“ waren die Renner. Die Zusatzvorstellung des Broadway-Musicals kurz vor Weihnachten war ausverkauft.

Etwa 600 Vorstellungen, fast zwei jeden Tag, wollen die Mimen, Tänzer und Sänger der Landesbühnen auch 2016 wieder auf die Bretter bringen. 19 Premieren bis Jahresende. Die der Oper „Don Carlo“ ist an diesem Sonnabend in Radebeul zu erleben. Was bei all dieser Show für die Sachsen von Torgau bis Bad Schandau, von Hoyerswerda bis Bad Elster hinter den Kulissen geleistet wird, sehen die meisten nicht. Die Theaterwerkstätten an der Meißner Straße sind in einem erbärmlichen Zustand. Drinnen darf nur noch mit Ausnahmegenehmigung geschweißt und gemalert werden. Es ist höchste Zeit, dass die Handwerkskünstler hinter den Bühnenkünstlern ordentliche Bedingungen bekommen.

Tag der offenen Werkstatt

Die neuen Werkstattbauten auf der Ostseite des Theaters, zwischen Paradiesstraße und Schuchstraße, sind genau vor den Frosttagen winterfest geworden. Die Handwerker stecken mitten im Innenausbau. „Wir sind im Zeitplan“, sagt der Intendant und freut sich.

Am 4. April wollen die Baufirmen das langgestreckte Gebäude für die Bühnengewerke übergeben. Werkstätten für Dekorationen, die Schlosserei, die Tischlerei, Büros, Sanitäreinrichtungen, eine Modellwerkstatt, ein Archiv, der Malsaal, eine zentrale Montagehalle sowie die Galerie werden darin untergebracht. In den Nebenräumen auf der Ostseite der Werkstatt werden Farbmischraum und Farblager eingerichtet.

In den Wochen bis dahin sollen die Außenanlagen gestaltet sein. Am 9. April, einem Sonnabend, so kündigt Manuel Schöbel schon mal an, werden die neuen Werkstatträume für jedermann zu einem Tag der offenen Tür einladen.

Doch vorerst zaubern die Maler, Schweißer, Dekorateure unter unzureichenden Bedingungen in der Uraltwerkstatt an der Meißner Straße die Kulissen für die bevorstehende Oper „Don Carlo“ und die Maskenball-Gala.