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Putzkau baut für Kinder

Am Kita-Anbau wurde am Freitag Richtfest gefeiert. Über eine neue Spielburg konnten sich die Kids am Sonntag freuen.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

Putzkau. Das sollte halten! Mit reichlich Hammerschlägen trieb Bürgermeister Achim Wünsche (parteilos) am Freitagmittag den letzten Nagel in den Dachstuhl des Kita-Anbaus in Putzkau. Zuvor hatte Zimmerermeister Thomas Jorsch aus Kitten bei Wittichenau den Richtspruch gesagt. Kinder spielten dabei die Hauptrolle. Verständlich. Schließlich lässt die Gemeinde Schmölln-Putzkau für sie bauen, indem sie vor die Kindertagesstätte „Zwergenland“ ein zweigeschossiges Haus setzt. Ein Gang wird beide Gebäude verbinden.

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Neben Bauarbeitern, Planern und Vertreter der Arbeiterwohlfahrt, die die Kita betreibt, waren auch Elternvertreter zum Richtfest geladen. Für sie eine Möglichkeit, sich mal in der unteren Etage umzuschauen, die im Sommer nächsten Jahres die Krippenkinder und ihre Erzieherinnen in Beschlag nehmen werden. Yvonne Nettekoven und Sebastian Richter vom Elternrat loben die großen Räume und vor allem die großen Fenster. „Hier werden die Kinder reichlich Licht haben“, sagt der Putzkauer Thomas Richter. Auch Yvonne Nettekoven, die mit ihrer Familie in Tröbigau wohnt, ist vom Neubau begeistert. Ihre Tochter, die Krippenkind ist, könnte in einem der beiden Stockwerke ab 2018 betreut werden.

Schmölln-Putzkau ist familienfreundlich, betonen beide Elternvertreter. Thomas Richter lobt vor allem die kurzen Wege: Kita, Grundschule, Spielplatz – alles da. „Und dann haben wir ja noch das Bad in Schmölln“, sagt er.

Rund 40 neue Betreuungsplätze

Familienfreundlichkeit spiegelt sich auch in wachsenden Geburtenzahlen nieder. Die Gemeinde muss am Zwergenland anbauen, weil das Haupthaus aus allen Nähten platzt. Im Neubau wird Platz für 40 Krippenkinder sein. Auf jeder Etage wird es zwei Gruppenräume, einen Schlafraum und ein Bad geben. Jeweils 20 Kinder werden in jedem Stockwerk betreut. Zehn weitere Betreuungsplätze für die Jüngsten bleiben im Haupthaus. Momentan gibt es in der Tagesstätte 33 Krippenplätze. Ab kommendem Sommer werden es 50 sein.

Durch den Anbau entspannt sich die räumliche Situation. Zugleich kann Schmölln-Putzkau dadurch die Zahl der Kindergartenplätze von 79 auf rund 100 erhöhen. Spätestens, wenn die jetzigen Krippenkinder in den Kartengarten kommen, werden auch diese Plätze gebraucht.

Am 6. Juni war Baustart, am 22. September Richtfest. „Wir liegen sehr gut im Plan“, sagte Projektant und Bauleiter Andreas Hantschke. An diesem Montag beginnt die Dacheindeckung. Der Fensterbauer hat bereits Maß genommen und wird die Fenster in den nächsten Wochen einbauen. Sobald das Haus außen dicht ist, wird eine Bauheizung eingebaut, sodass die Wintermonate für den Innenausbau genutzt werden können. Nicht nur hinsichtlich der Termine liege man im geplanten Rahmen, sagte Bürgermeister Achim Wünsche. Auch bei den Kosten. Über eine Million Euro, davon 50 Prozent Fördergelder, investiert die Gemeinde Schmölln-Putzkau in ihre derzeit größte Baustelle.

2014 waren in der Gemeinde 36 Kinder geboren worden. In dieser Hinsicht ein herausragendes Jahr für Schmölln-Putzkau, liegt doch die durchschnittliche Geburtenrate in der Gemeinde im Jahr bei 20. Die Prognosen sagen für die kommenden Jahre stabile Geburtenzahlen voraus. Man rechne mit jährlich 20 Neugeborenen, sagt Achim Wünsche. Das gibt nicht nur der Kindertagesstätte, sondern auch der Grundschule eine sichere Perspektive.

Neue Attraktion am Herrenhaus

Bereits an diesem Sonntag wurde am Putzkauer Herrenhaus an der Ottendorfer Straße eine neue Kletterburg übergeben. Standesgemäß mit einem Kinderfest, Fassbrause und Popkorn inklusive. Klettern, Rutschen, Toben, Hangeln – alles das ist für die Kids jetzt am Herrenhaus möglich.

Drei der im Haus eingemieteten Vereine – die Initiative Rittergut, der Jugendklub und die Putzkauer Bürgervereinigung – realisierten das mehrere Tausend Euro teure Projekt. „2 000 Euro gab die Kreissparkasse Bautzen. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Jeannette Glebe, Vorsitzende der Initiative Rittergut. Die drei genannten Vereine setzten die Vereinsförderung der Gemeinde – jeweils 250 Euro – für das Vorhaben ein. Hinzu kamen weitere Sponsorengelder und -leistungen.

Das neue Spielgerät wertet das Gelände des ehemaligen Rittergutes weiter auf. Die Spielburg steht allen Kindern offen. Vor allem aber wolle man damit zwei Zielgruppen stärken, sagt Jeannette Glebe. Das sind zum einen Gesellschaften, die die Gute Stube im Herrenhaus für Familienfeiern buchen. „Wir machen damit auch ein Angebot für die Kinder, wodurch das Mieten der Guten Stube noch attraktiver wird“, sagt sie. Zum anderen hat man den Jugendklub im Blick. Mehrere Klubmitglieder sind inzwischen selbst junge Eltern. Ihre Sprösslinge profitieren nun in doppelter Hinsicht: von der neuen Kletterburg und einer größeren Kindertagesstätte.