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Deutschland & Welt

R-Wert springt auf 2,88

Lange hielt sich der im Zusammenhang mit dem Coronavirus viel genannte Reproduktionswert um den angestrebten Wert von 1. Zuletzt schnellte er nach oben.

Am Fenster eines unter Quarantäne gestellten Wohnhauses in Göttingen hängt eine Plakat mit der Aufschrift "Wier sind auch Mensch".
Am Fenster eines unter Quarantäne gestellten Wohnhauses in Göttingen hängt eine Plakat mit der Aufschrift "Wier sind auch Mensch". © Swen Pförtner/dpa

Berlin. Infolge mehrerer Ausbrüche des Coronavirus in einzelnen Regionen Deutschlands hat sich die für die Ausbreitung wichtige Reproduktionszahl (R-Wert) zuletzt deutlich erhöht. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts stieg der Wert mit Datenstand 21.6., 0.00 Uhr, auf 2,88 (Vortag: 1,79). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel zwischen zwei und drei weitere Menschen ansteckt. Der Anstieg hänge mit lokalen Häufungen zusammen, wobei insbesondere der Ausbruch in Nordrhein-Westfalen eine große Rolle spiele, wie das RKI in seinem Lagebericht mitteilte.

"Da die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf niedrigem Niveau liegen, beeinflussen diese lokalen Ausbrüche den Wert der Reproduktionszahl relativ stark", heißt es darin weiter. In den vier Stadt- und Landkreisen Gütersloh, Warendorf, Magdeburg und Berlin-Neukölln sind demnach in den vergangenen sieben Tagen merklich viele Covid-19 Fälle registriert worden. Dabei führt das RKI die Fälle in den NRW-Landkreisen Gütersloh und Warendorf auf den Ausbruch in dem fleischverarbeitenden Betrieb Tönnies zurück.

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In Magdeburg stiegen die Fallzahlen demnach, weil an mehreren Schulen Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Im Berliner Bezirk Neukölln hing der Anstieg der Fälle mit einem Ausbruch "im Umfeld einer Glaubensgemeinschaft" zusammen.

Ein Rotkreuz-Helfer überreicht in Verl einen Beutel mit Brot an einen Bewohner eines Wohnhauses, das unter Quarantäne gestellt worden ist.
Ein Rotkreuz-Helfer überreicht in Verl einen Beutel mit Brot an einen Bewohner eines Wohnhauses, das unter Quarantäne gestellt worden ist. © David Inderlied/dpa

Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Der Wert reagiere auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen, verursacht etwa durch einzelne Ausbrüche, empfindlich, wie das RKI erläutert.

Mit Blick auf die bundesweiten Corona-Infektionen meldeten die lokalen Behörden dem RKI binnen eines Tages 537 Neuinfektionen. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 190.359 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Montag meldete (Datenstand 22.06., 0 Uhr).

8.885 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben bislang in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Etwa 175.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen stieg dieser Wert mit Datenstand 21.6., 0.00 Uhr, auf 2,03 (Vortag: 1,55). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

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