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Radeberg bekommt eine neue Brücke

Der Stadtrat wird am Mittwoch zwei wichtige erste Schritte zum „Grünen Band“ beschließen.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

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Radeberg. Nein, die Autofahrer können diesmal aufatmen. Sie werden vom Brückenbau über die Röder mitten im Stadtzentrum nichts merken. Denn Radeberg bekommt noch in diesem Jahr zwar eine neue Brücke; die wird aber neben der Straßenbrücke im Kurvenbereich zwischen Dresdener- und August-Bebel-Straße am Kaiserhof wachsen. Im Gelbke-Hain nämlich – hinüber zum Gelände der ehemaligen Druckerei neben der schmuck sanierten Verleger-Villa. Und die Brücke wird auch Fußgängern und Radfahrern vorbehalten bleiben, ist sie doch Teil des geplanten „Grünen Bandes“ entlang der Röder. Dieses Band soll ja bekanntlich das Röder-Ufer in Radeberg erlebbar machen. Als Grünzug quasi vom Hüttertal bis hin zum Eingang ins Seifersdorfer Tal im Radeberger Ortsteil Liegau-Augustusbad. Aber bis zu diesem realen Weg ist es noch ein sprichwörtlich weiter.

Zunächst wird das „Grüne Band“ im Herzen Radebergs wachsen. Links und rechts der Straßenbrücke über die Röder. So soll bekanntlich die Fläche neu gestaltet werden, auf der bis zum vergangenen Herbst noch die beiden morschen Häuser August-Bebel-Straße 3 und 5 gestanden hatten. Ein Bereich mit Ruhezonen, Spielmöglichkeiten und einem kleinen Strandareal zur Röder hin soll hier entstehen. Und auch der Bereich Gelbke-Hain und die Wiesenfläche gegenüber – eben das Areal der alten, vor Jahren abgerissenen Druckerei – soll mit in die Umgestaltung einbezogen werden.

Spezialfirmen angeschrieben

Erster Schritt wird der erwähnte Bau einer Fußgängerbrücke sein, die den bestehenden Fußweg im Gelbke-Hain mit dem gegenüberliegenden Ufer verbinden soll. Damit können Spaziergänger dann direkt in die Innenstadt gelangen, ohne erst auf die viel befahrene Straßenbrücke zu müssen. Kommenden Mittwoch soll der Auftrag für diese Brücke im Stadtrat vergeben werden. Im Vorfeld waren sieben Spezialfirmen angeschrieben worden; letztlich hatten sich zwei mit einem Angebot zurückgemeldet. Der Zuschlag soll nun an eine Firma aus dem nahen Dürröhrsdorf-Dittersbach gehen. Runde 241 000 Euro wird die Stadt für den Brückenbau ausgeben – das Geld stammt dabei aus den Einnahmen, die durch die sogenannten Ausgleichsbeiträge der Innenstadt-Grundstücksbesitzer im Rahmen der Innenstadt-Sanierung an die Stadt gezahlt worden waren. Gelder also, mit denen die Grundstücksbesitzer einen Teil der Wertsteigerung zurückgezahlt hatten, die durch die in den vergangenen rund 20 Jahren ausgereichten Fördermittel für die Sanierungen im Bereich der Innenstadt erzielt worden war. Diese Rückzahlungen waren ja nicht unumstritten gewesen, denn nicht jeder, der zahlen musste, hatte überhaupt Fördermittel in Anspruch genommen …

Pflege der Grünflächen

Aus diesen Einnahmen wird auch noch ein zweiter Schritt finanziert, den der Stadtrat am Mittwoch ebenfalls gehen will. Denn auch die Freiflächen auf dem einstigen Druckereigebäude sollen in den kommenden Monaten neu gestaltet werden; auch sie sollen zum Ufer-Erlebnisbereich werden. Dafür werden runde 200 000 Euro fließen. Den Zuschlag soll eine Firma aus dem benachbarten Bretnig-Hauswalde bekommen, so der Vorschlag der Stadtverwaltung an den Stadtrat.

Wie es dann in einem zweiten Schritt auf der Fläche an der August-Bebel-Straße gegenüber dem Biertheater konkret weitergeht, soll ebenfalls in den kommenden Monaten geklärt werden. Mitte Januar hatte ja die Stadtrats-Arbeitsgruppe „Grünes Radeberg“ zunächst alle Interessierten auf die Fläche eingeladen, um erste Pläne vorzustellen – aber vor allem, um weitere Ideen zu sammeln. Denn die Radeberger sollen durchaus mitreden können beim „Grünen Band“. Und es waren durchaus interessante Vorschläge unterbreitet worden. So ging es unter anderem um die Wiederbelebung früherer Wanderwege, die einst längs der Röder vorhanden waren, um konkrete Gestaltungsideen, wie zum Beispiel die Anlage eines Labyrinthes, aber auch um das Thema der Pflege der neuen Grünflächen. „Wir werden jetzt alle Vorschläge aufarbeiten und dann schauen, was wir eventuell schon bei den diesjährigen Projekten umsetzen können oder eben dann in späteren Schritten“, so Radebergs Bauamtschefin Uta Schellhorn im Nachgang des Treffens.

Klar ist jedenfalls, dass die ersten Schritte, die Radeberg in Sachen „Grünes Band“ gehen will, schon im 2019 anstehenden Jubiläums-Jahr „800 Jahre Radeberg“ zu sehen sein sollen.