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Radeberg macht bei Hüttermühlen-Brücke Druck

© Kristin Richter

Das morsche Bauwerk ist eine Gefahr bei Hochwasser. Und auch das Geld für einen Neubau ist eigentlich längst da.

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Die halbe Million Euro liegt quasi längst auf dem Konto der Stadt. Dort soll das Geld aber nicht bleiben; was nicht nur an den derzeit extrem niedrigen Zinsen liegt. Sondern es soll vielmehr endlich dafür ausgegeben werden, die abrissreife Brücke an der Hüttermühle im idyllischen Hüttertal durch einen Neubau zu ersetzen. Das Geld sind dabei Fördermittel, die der Freistaat und der Bund für die Instandsetzung von Hochwasser-Schäden bereitgestellt hat. Im Juni vergangenen Jahres war die entsprechende Zusage gekommen (SZ berichtete).

Aber noch kann Radeberg das Geld nicht ausgeben. Der Denkmalschutz hat noch immer ein paar Bedenken. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Denkmalschützer das historische und als Kulturdenkmal eingestufte Bauwerk am liebsten so erhalten würden, wie es ist. Ein Rundbogen aus Feldsteinen. Aber – und auch das ist natürlich schon lange kein wirkliches Geheimnis mehr – der Brückenbogen bröckelt nicht nur, sondern stellt bei jedem Hochwasser der Röder eine massive Gefahr dar. Die Durchlasshöhe reicht einfach nicht aus. So wird die historische Brücke wieder und wieder zum Staudamm. Und das ist nicht ungefährlich. Denn die Brücke ist mittlerweile so morsch, dass sie Gefahr läuft, irgendwann dem Druck der Wassermassen dann nicht mehr standhalten zu können. Nicht auszudenken, mit welcher Wucht die Flutwelle dann Richtung Schloss Klippenstein und Radeberger Innenstadt durchs Hüttertal rasen würde. Und so sieht das bereits auf dem Tisch liegende Neubauprojekt vor, ein sogenanntes Rahmenbauwerk aus Stahlbeton zu schaffen. Und das Ganze dann mit Natursteinen zu verkleiden, um die historische Optik wieder herzustellen. Auch der Rundbogen soll neu entstehen; allerdings wird dann ein wesentlich höherer Durchfluss möglich sein. Auf der Brücke wird zudem eine 3,50 Meter breite Fahrbahn eingerichtet. So die Pläne.

Impuls für die Hüttermühle

„Wir müssen jetzt dringend noch einmal mit den Denkmalschützern reden“, machte Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) unter Beifall in seiner Rede beim Neujahrsempfang im Kaiserhof-Saal klar. „Nicht, dass die Denkmalschützer die Brücke so lange schützen, bis sie tatsächlich einstürzt …“ Das Stadtoberhaupt zeigte sich jedenfalls wild entschlossen, das Thema endlich vom Tisch zu bekommen.

Im Übrigen nicht nur wegen des Hochwasserschutzes. Sondern auch, weil sich Lemm von einer stabilen Brücke einen schwungvollen Impuls für die seit Jahren leer stehende Hüttermühle gleich hinter der Brücke verspricht. „Das wäre dann sicher die Initialzündung für die Hüttermühle, die wir aus ihrem Dornröschenschlaf wecken wollen“, ist der OB überzeugt.

Dass die Stadt hinter den Kulissen nicht untätig ist, was die Zukunft der städtischen Immobilie betrifft, hatte Stadtsprecher Jürgen Wähnert bereits nach dem Hüttertallauf im September erläutert. Denn der Zehn-Kilometer-Lauf startete und endete bekanntlich an der Mühle. Und natürlich lag da bei vielen Läufern die Frage nach der Zukunft der beliebten Ausflugsgaststätte nahe. „Wir sind mit Interessenten im Gespräch, aber können leider noch keine konkreten Ergebnisse öffentlich machen“, so Jürgen Wähnert damals. Auch ein Verkauf ist offenbar nicht ausgeschlossen. „Es wird sich im Laufe der Gespräche zeigen, welchen Weg wir da gehen“, wollte sich der Stadtsprecher noch nicht festlegen lassen. Und auch etliche Nutzungs-Ideen geisterten ja schon einige durchs Tal und die Stadt. Wie zum Beispiel eine Art Ausbildungsrestaurant.

Jetzt steht aber zunächst einmal die Brückensanierung im Fokus der Bemühungen der Stadt.