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Radeberg-Tourismus boomt

Die Bierstadt profitiert auch von einer ungeliebten Abgabe im nahen Dresden.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Januar-Flaute in Hotels? Nicht in Radeberg! Während im nahen Dresden die Herbergen schon mal während der ersten Wochen des Jahres Einheimische zum kostengünstigen Übernachten einladen, um die Auslastung zu erhöhen, kann sich Radebergs Hotel-Chef Jens Richter über eine gute Auslastung auch ohne solche Sonder-Aktionen freuen. Jens Richter ist Chef der beiden Hotels „Kaiserhof“ und „Sportwelt“ und kann mit dem entscheidenden Vorteil Radebergs punkten, wie er sagt: „Wir können hier zweigleisig fahren“, beschreibt er. In der Woche profitieren die Hotels von der hervorragenden Industrie-Struktur Radebergs und seiner Umgebung. „Wir haben da immer wieder Monteure und Mitarbeiter von Unternehmen, die hier übernachten“, freut er sich. Und am Wochenende sorgt unter anderem das Biertheater für volle Betten. „Das Biertheater hat sich längst zu einem wichtigen Tourismus-Eckpfeiler entwickelt“, findet Jens Richter. Und es sei für alle Tourismus-Anbieter Radebergs generell richtig gewesen, sagt er, auf Messen als gemeinsames Angebot „Bierstadt“ aufzutreten.

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Anfragen von Busreiseunternehmen

Aktuell ist das Hotel „Sportwelt“ zudem von zahlreichen Tennis-Reisegruppen und Turnieren ausgelastet. „Wir haben uns da einen richtig guten Namen gemacht“, freut sich der Hotel-Chef. Und er kann überhaupt auf ein „richtig tolles Tourismus-Jahr zurückblicken“, wie er sagt. Rund 28 000 Übernachtungen haben seine beiden Häuser zu verzeichnen, „und wir profitieren im touristischen Bereich auch von der Bettensteuer in Dresden“, macht Klaus-Dieter Busse deutlich, der für die Vermarktung der beiden Hotels zuständig ist. „Wir haben eine Menge Anfragen von Busreise-Unternehmen, die ihre Gäste bei uns in Radeberg unterbringen wollen, um diese zusätzliche Abgabe in Dresden nicht zahlen zu müssen – weil sie sonst Probleme bekommen, ihre Katalogpreise halten zu können“, weiß der Fachmann. Je nach Hotel-Kategorie machen das in Dresden immerhin schon mal zwischen 4,50 Euro und 13 Euro pro Nacht und Zimmer aus. „Wir können viele Nachfragen schon gar nicht mehr abdecken“, freut sich Klaus-Dieter Busse über das Interesse.

Aber auch bei Individual-Reisenden profitieren „Kaiserhof“ und „Sportwelt“ von einem interessanten neuen Trend, hat Hotel-Chef Jens Richter beobachtet. „Viele Reisende wollen einfach relaxen, nutzen unsere Sport- und Sauna-Angebote in der Sportwelt, fahren dann per Zug den Katzensprung rüber für einen Bummel durch Dresden und gehen abends dann ins Biertheater“, beschreibt er. Gerade diese nahezu perfekte Verkehrsanbindung an Dresden sei ein echter Plus-Punkt für Radeberg, ist Jens Richter überzeugt. Und tatsächlich sind Reisende per Zug innerhalb von knapp 15 Minuten von Radeberg aus mitten im Dresdner Stadtzentrum.

Anderen Unternehmen profitieren auch

Der Tourismus ist in jedem Fall längst wichtiger Wirtschafts-Faktor für Radeberg geworden, macht Jens Richter deutlich. Allein in seinen beiden Hotels profitieren gut 60 Arbeitsplätze davon, „aber auch andere Gaststätten und Geschäfte“. Nicht zuletzt dürfe man auch die Tankstellen oder Apotheken nicht vergessen, „die ebenfalls von Touristen und Besuchern profitieren“.