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Radeberg will kräftig bauen

Und mit der hässlich-gefährlichen Kreuzung an der Dietzestraße soll auch ein Dauerbrenner realisiert werden.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

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Radeberg. Eigentlich war ja nichts wirklich Überraschendes zu erwarten, als Radebergs OB bei seiner Neujahrsrede die für dieses Jahr geplanten Baumaßnahmen aufzählte. Denn das meiste steht ja schon im Doppelhaushalt der Stadt für 2017/18 – und zudem war ja die eigentlich ins Auge gefasste und dringend notwendige Sanierung der Dr. Rudolf-Friedrichs-Straße bereits auf 2019 verschoben worden; um den Autofahrern nach dem monatelangen Dauerstau-Stress rund um den Bau der Ober- und Badstraße im vergangenen Jahr eine Atempause zu gönnen, wie Bauamtsleiterin Uta Schellhorn im Stadtrat erklärt hatte. Zudem wolle man diesmal die Umleitungsstrecken und die Zufahrts-Regelungen für die Anwohner so gestalten, dass möglichst schon von vornherein der meiste Ärger ausgeschlossen werden kann. Denn mitunter fühlten sich Anwohner und nicht zuletzt die Patienten des vom Straßenbau betroffenen Ärztehauses an der Badstraße über Parkmöglichkeiten sehr spät informiert. Wobei ja die Hauptprobleme vor allem am zeitgleichen Bau und der damit verbundenen Sperrung beinahe sämtlicher Umgehungsstraßen Radebergs lagen. Das Landesamt für Straßenbau hatte ungeachtet der lange vorab geplanten Straßenbauarbeiten in der Radeberger Innenstadt eben sowohl an der Umgehung zwischen Krankenhaus und Großerkmannsdorf gebaut, an der Autobahn und an der B6. Was blieb, war die einzige Umleitungsstrecke mitten durch Radeberg … Nun gut, das ist sprichwörtlicher Schnee vom Vorjahr – auch, wenn sich das Drama hauptsächlich im Sommer abgespielt hatte.

In jedem Fall wird der Neubau des maroden Sozialgebäudes auf dem Liegauer Sportplatz starten. Das soll dann endlich auch behindertengerecht werden.
In jedem Fall wird der Neubau des maroden Sozialgebäudes auf dem Liegauer Sportplatz starten. Das soll dann endlich auch behindertengerecht werden. © Thorsten Eckert

Pendlerparkplatz und Sozialgebäude
Als nun also Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) am Sonntag im Kaiserhof beim Neujahrsempfang aufs jetzt begonnene Jahr vorausblickte, konnte er dennoch eine Menge geplanter Baumaßnahmen aufzählen: So wird der dringend notwendige Neubau des Sozialgebäudes auf dem Liegauer Sportplatz begonnen, rund 800 000 Euro werden in die gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Oberelbe geplante Erweiterung des Pendlerparkplatzes am Radeberger Bahnhof fließen, der zweite Bauabschnitt am Projekt Mehrzweckhalle/Gasthof in Ullersdorf wird fortgeführt und auch die Planungen für die unbedingt notwendige Erweiterung der Pestalozzi-Oberschule wird gestartet. Um die 3,6 Millionen Euro wird der dann für 2019 geplante Anbau an die Schule wohl kosten, so erste Schätzungen.

Alles das sind wichtige Projekte, und es werden knapp vier Millionen Euro allein in den Hochbau fließen. Und dann sorgte Lemm doch noch für ein spürbares Aufhorchen im Saal, als er ankündigte, in diesem Jahr doch noch den lange geplanten und immer wieder verschobenen Umbau der nicht nur hässlichen, sondern auch gefährlich unübersichtlichen Kreuzung zwischen Stolpener-, Dietze- und Röderstraße im Radeberger Stadtzentrum angehen zu wollen. Auch, wenn Radebergs Bauamtschefin schon im Oktober im Stadtrat angedeutet hatte, dass die Fördermittel für das Projekt beantragt seien und man optimistisch sei, glaubten Radebergs Autofahrer noch nicht wirklich an eine Realisierung. Denn die entsprechenden Pläne liegen ja bekanntlich schon seit über fünf Jahren in den Schubladen. Aber zunächst waren und sind etliche Straßenbau-Maßnahmen einfach wichtiger; wie eben beispielsweise die Sanierung der Ober- und der Badstraße. Und so hatte es das Projekt Kreuzungsbau an der Röderstraße dann also auch nicht in den aktuellen Doppelhaushalt für 2017 und 2018 geschafft. Aber dennoch soll es nun losgehen – das gehe allerdings nur, so Lemm, wenn auch das für Staatsstraßen zuständige Landesamt für Straßenbau mitwirke. Die Stadt sei jedenfalls fest entschlossen, das Projekt endlich anzugehen. Denn die Kreuzung sehe im Moment aus, als hätten die Bauarbeiter dort vor ein paar Jahren mal Mittagspause gemacht – und die dauert bis heute an, so halb fertig ist hier alles. Diese Beschreibung hatte Radebergs Grünen-Stadtrat Rolf Daehne mal bei einer Verkehrsveranstaltung vor einigen Jahren auf Schloss Klippenstein für die Kreuzung gefunden; und wird damit vielleicht in die (Bau)Geschichte der Stadt eingehen … Wichtig ist das Ganze allemal, immerhin wird die Kreuzung auch täglich von Hunderten Schulkindern überquert.