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Ärger in Radeberger Wohngebiet

Durch die Siedlung an der Sternwarte rollt plötzlich viel Verkehr. Anwohner fordern ein Verbot.

Auf der Straße Zur Sternwarte in Radeberg herrscht besonders morgens und am Nachmittag reger Autoverkehr. Fahrer nutzen sie als Schleichweg.
Auf der Straße Zur Sternwarte in Radeberg herrscht besonders morgens und am Nachmittag reger Autoverkehr. Fahrer nutzen sie als Schleichweg. © Sven Ellger

Radeberg. Die Sache ist klar. Eigentlich. An den Einfahrten zu der Einfamilienhaus-Siedlung in Radeberg steht ein großes Schild: Durchfahrt verboten, nur Anwohner dürfen die Straße Zur Sternwarte nutzen und auch nur ganz langsam.

Als Höchstgeschwindigkeit ist Tempo 20 festgelegt. Es handelt sich um eine reine Wohngebietsstraße, bei der Fahrbahn und Fußwege ohne Bordstein ineinander übergehen.

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In den vergangenen Wochen hat sich die bisher so ruhige Straße in eine viel befahrene Verbindungsstraße verwandelt. Besonders während des Berufsverkehrs morgens und am Nachmittag rollt ein Auto am nächsten dort entlang, sagten die Anwohner.

Grund sind Bauarbeiten auf der Stolpener Straße. Dort wird ein neuer Kanal verlegt, anschließend kommt neuer Asphalt drauf. Die Straße ist eine wichtige Verbindung aus Richtung Arnsdorf und der Schnellstraße ins Stadtzentrum.

Etlichen Autofahrern ist die ausgeschilderte Umleitungsstrecke offenbar zu lang. Sie nehmen lieber die kurze Verbindung durch das Wohngebiet. Trotz Verbotsschildern.

Autos viel zu schnell unterwegs

„Es gibt Zeiten, da fährt ein Auto am anderen die Straße lang. Bei Gegenverkehr weichen sie natürlich an die Seite aus, für Fußgänger ist da kein Platz mehr“, sagt Anwohnerin Simone Niedostatek.

Außerdem halte sich niemand an das vorgeschriebene Tempo. „Viele fahren hier schätzungsweise mit Tempo 50 durch. Das ist viel zu schnell.“ Auch Alexander Bormann, der ebenfalls an der Straße wohnt, ist verärgert.

„Für Kinder ist das sehr gefährlich. Unsere Tochter kann nicht einmal die wenigen Schritte zum Spielplatz gehen. Das Risiko eines Unfalls ist uns zu groß“, sagt er. „Die Baustelle dauert ja noch einige Zeit an. Wir können nicht warten, bis sie beendet ist. Hier muss etwas passieren.“

Der Stadtverwaltung ist das Problem bekannt. „Wir haben getan, was möglich ist. Die Verbotsschilder für den Durchgangsverkehr stehen an den Zufahrten. Die Einhaltung wurde bereits von der Polizei kontrolliert. Allerdings kann ja nicht rund um die Uhr jemand an der Straße stehen“, sagt Stadtsprecher Jürgen Wähnert.

Auch Geschwindigkeitskontrollen seien bereits erfolgt. „Zusätzlich haben wir eine Tempotafel an der Straße aufgehängt.“ Alexander Bormann schlägt vor, die Einfahrt von oben, von der Stolpener Straße aus, komplett zu sperren. „So wird der Durchgangsverkehr gestoppt. Die meisten Anwohner fahren ohnehin in Richtung Stadtzentrum.“

Jürgen Wähnert hält davon wenig. „Es gibt sicher einige aus der Siedlung, die in Richtung Schnellstraße oder Arnsdorf zur Arbeit fahren. Dann wäre bei ihnen die Verärgerung groß. Denn dann müssten sie die weite Umleitungsstrecke fahren“

Bauarbeiten voraussichtlich bis Ende April

Ohnehin ist bald die Zufahrt von der Stolpener Straße nicht mehr möglich. „Mit Beginn des dritten Bauabschnittes wird sie gesperrt. Das wird Anfang Februar der Fall sein. Dann ist die Straße Zur Sternwarte eine Sackgasse und der Durchgangsverkehr fällt weg.“

Er sichert zu, dass es bis dahin weitere Kontrollen geben wird. „Ich appelliere aber auch an die Autofahrer, die ausgeschilderte Umleitungsstrecke zu nehmen und nicht durch das Wohngebiet zu fahren.“

Eine Sorge kann Jürgen Wähnert den Anwohnern nehmen. Falls es zu Reparaturen an der jetzt vielgenutzten Straße kommen sollte, werden die Anwohner finanziell nicht beteiligt.

„Es müssen keine Straßenausbaubeiträge bezahlt werden. Sie werden in Radeberg nicht erhoben.“ Laut Jürgen Wähnert liegen die Bauarbeiten auf der Stolpener Straße im Plan. „Sie gehen zügig voran. Momentan gehen wir davon aus, dass der geplante Fertigstellungstermin 30. April 2021 gehalten werden kann.“

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