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„Arnsdorf hat eine großartige Perspektive“

Ministerpräsident Michael Kretschmer kam zum Wahlkampf in die Rödertalgemeinde. Das Interesse war enorm.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, li.) kam zum Bürgerforum nach Arnsdorf. Gastgeber war Bürgermeisterkandidat Frank Eisold (CDU, re.). Sie wurden vom Landtagsabgeordneten Alois Mickwauschk (CDU) begleitet.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, li.) kam zum Bürgerforum nach Arnsdorf. Gastgeber war Bürgermeisterkandidat Frank Eisold (CDU, re.). Sie wurden vom Landtagsabgeordneten Alois Mickwauschk (CDU) begleitet. © Marion Doering

Arnsdorf. Wann gab es das zuletzt: ein Ministerpräsident unterstützt den Bürgermeisterkandidaten in einer 5.000-Einwohner-Gemeinde. Am Freitagabend besuchte Michael Kretschmer (CDU) den Ort. Auch die Sozialministerin Petra Köpping (SPD) kommt, um ihrem SPD-Mann zu helfen und Sachsens Wisenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) wird sich ebenfalls drei Tage vor der Wahl nach Arnsdorf aufmachen. Das Interesse der Landespolitik an einer gelungenen Bürgermeisterwahl in der Gemeinde ist also groß.

Genauso groß war das Interesse der Arnsdorfer. 70, 80 Einwohner kamen in das Kulturhaus des Krankenhauses zum Bürgerforum der CDU. Sie wollten vom Regierungschef und vom CDU-Bürgermeisterkandidaten Frank Eisold wissen, wie es mit ihrem Ort weitergeht, was beide für Ideen haben. Zunächst aber klang an, warum die Landespolitiker diese Wahl so wichtig nehmen. Der Regierungschef erzählte, wie er die ehemalige Bürgermeisterin Martina Angermann im vergangenen Jahr besucht hat und was das für einen Eindruck auf ihn gemacht hat. „Sie hat viel für die Gemeinde geleistet und dabei sicher nicht alles richtig gemacht. Doch ihr wurde übel mitgespielt. Das darf sich nicht wiederholen und diejenigen, die die Verantwortung dafür tragen, dürfen jetzt nicht die Gewinner sein“, sagte er. Bekanntlich wurde sie unter anderem wegen eines geplanten Asylbewerberheims angefeindet, eine Gruppe Arnsdorfer plante ein Bürgerbegehren zu ihrer Abwahl. Sie erlitt einen Burnout. Schließlich gab sie ihr Amt auf. Eine solche Entwicklung dürfe sich nicht wiederholen, so der Ministerpräsident.

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CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer diskutierte im Kulturhaus des Arnsdorfer Krankenhauses mit den Einwohnern. Eingeladen hatte ihn CDU-Bürgermeisterkandidat Frank Eisold (M.). Der CDU-Landtagsabgeordnete Alois Mickwauschk saß ebenfalls im Podium.
CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer diskutierte im Kulturhaus des Arnsdorfer Krankenhauses mit den Einwohnern. Eingeladen hatte ihn CDU-Bürgermeisterkandidat Frank Eisold (M.). Der CDU-Landtagsabgeordnete Alois Mickwauschk saß ebenfalls im Podium. © Marion Doering

Dann stellte er Arnsdorf gute Noten aus. Die Gemeinde habe eine großartige Perspektive. „Der Ort liegt im Speckgürtel von Dresden, die Anbindung ist hervorragend, die Bahnstrecke führt hier vorbei. In 20 Minuten ist jeder damit in der Landeshauptstadt. Alles das sind Vorteile, auf denen die Gemeinde aufbauen kann.“Außerdem sprach Kretschmer mehrmals den Strukturfonds an. „Der Bund stellt den Landkreisen Bautzen und Görlitz jedes Jahr 120 Millionen Euro zur Verfügung. „Bringt mir kluge Ideen, dann fließt Geld aus diesem Fonds auch nach Arnsdorf.“Die Gegenwart in der Gemeinde sieht freilich nicht ganz so rosig aus. Seit Jahren sind die Kassen leer. Die Gemeinde hat kaum Spielraum für Investitionen. So kam auch folgerichtig die Frage eines Arnsdorfers, wie denn die Gemeinde je wieder aus dem finanziellen Schlamassel rauskommt? „Einnahmen generieren“, war der Rat Kretschmers. „Einnahmen erzielt eine Gemeinde aus der Gewerbesteuer und der Einkommensteuer. Arnsdorf sollte Gewerbe ansiedeln, und Standorte für Eigenheime oder Mietshäuser ausweisen. Wenn Menschen hier wohnen, zahlen sie hier auch hier ihre Einkommenssteuer“, sagte er. 

Natürlich brannten den Einwohnern vor allem Fragen zu ganz konkreten Vorhaben unter den Nägeln. Wann kommt endlich die Oberschule, wollten die Arnsdorfer wissen? Da konnte Frank Eisold eine gute Nachricht verkünden. „Sie wird im kommenden Jahr formal gegründet, jedoch zunächst am Standort Großröhrsdorf, Lehrer werden dort eingestellt, Kinder eingeschult. Wenn dann das Schulgebäude in Arnsdorf fertiggestellt ist, zieht die Schule auch hier in den Ort um“, sagte er. Wann das sein wird, blieb allerdings offen.Dringend wird auch der Radweg zwischen Wallroda und Arnsdorf gebraucht. Seit den 90er Jahren wird über das Projekt diskutiert. Endlich sind die Planungen weitestgehend abgeschlossen. Große Hürde ist jetzt die Finanzierung. Ob die 3,5 Millionen Euro auch fließen, entscheidet sich im Frühjahr 2021 mit Verabschiedung des Landeshaushalts. 

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Wichtig ist den Arnsdorfern das Karswaldbad. Auch hier muss der künftige Bürgermeister eine Lösung finden. Ein Verein kümmert sich seit Jahren um das Bad, finanzielle Unterstützung von der Gemeinde ist aus bekannten Gründen nur in geringem Maße möglich. Dringend notwendig ist die Schaffung einer Bademeister-Stelle. Der Jetzige ist über 80 Jahre alt. Frank Eisold sagte, er werde den Verein nicht enttäuschen, sollte er gewählt werden. Konkrete Zusagen konnte er aber nicht machen.Ein Thema, das sich durch den ganzen Abend zog: Die Ereignisse in den vergangenen Jahren hätten Gräben unter den Einwohnern entstehen lassen. Sie müssten jetzt verschwinden. Michael Kretschmer wünscht sich deshalb ein positives Klima, in dem die Gemeinde vorangebracht wird. Frank Eisold sagte: „Arnsdorf ist ein zerrissener Ort. Die Aufgabe des künftigen Bürgermeisters ist es, ihn wieder zusammenzuführen.“ Sicher ist das die schwierigste Aufgabe des künftigen Bürgermeisters.

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