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Auf dem Sperrholzweg

Der bildende Künstler Frank Lippold gastiert auf Einladung des Orlavereines derzeit in Wachau.

Der Künstler Frank Lippold ist für einen Monat im alten Pfarrhaus in Wachau zu Gast. In einer Ausstellung sind seine Werke zu sehen. Außerdem gibt er Workshops.
Der Künstler Frank Lippold ist für einen Monat im alten Pfarrhaus in Wachau zu Gast. In einer Ausstellung sind seine Werke zu sehen. Außerdem gibt er Workshops. © René Plaul

Wachau. Ein interessanter Künstler ist das, der in diesen Wochen auf Einladung des Orlavereines im ehemaligen Pfarrhaus von Wachau wohnt und arbeitet. Frank Lippold ist ein Mensch, der natürlich, wie er das einmal vor Jahren einem Kritiker gegenüber äußerte „einen beträchtlichen künstlerischen Anspruch“ hat. Ergo braucht Lippold nicht noch ein Medium, ein Material, das seinen persönlichen Anspruch vergrößert, da hätte er möglicherweise viel zu schwer zu tragen. Also geht der 50-Jährige gelegentlich in den Baumarkt, um sich mit simplen Sperrholzplatten einzudecken. Sein häufig genutztes Arbeitsmaterial. Und wie er das bearbeitet, kann man derzeit auch in den Workshops sehen, die im alten Wachauer Pfarrhaus jeden Dienstag von 19 bis 22 Uhr unter seiner Leitung stattfinden.

Laien bei Workshops willkommen

Wenn der Wachauer Orla-Kulturverein Künstler einlädt, dann ist mit einer solchen Einladung natürlich auch eine Absicht verbunden. Oder soll man besser sagen, eine Hoffnung? Sabine Zimmermann-Törne vom Orlaverein kennt Lippold schon seit vielen Jahren, verspricht sich von seinem einmonatigen Aufenthalt einiges. Auf jeden Fall, dass dieser das kulturelle Geschehen in Wachau und Umgebung mit neuen Impulsen belebt. Dass er das kann, davon ist Sabine Zimmermann-Törne überzeugt. Sie findet, dass Lippold „ein Virtuose am Sperrholzbrett“ sei. Nach seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher studierte der gebürtige Greifswalder an der Hochschule für bildende Künste in Dresden. Seither prägen zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Stipendien seinen Weg. Seit einiger Zeit lebt er in Baden-Baden. 

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Was Lippold ebenfalls auszeichnet, darauf weist Sabine Zimmermann-Törne ebenfalls hin: „Er überträgt seine Wahrnehmungsästhetik auf den Sperrholzschnitt.“ Da schafft er mit seiner Holzschnitztechnik beachtenswerte Flachreliefs. So weit, so künstlerisch. Zimmermann-Törne ist sicher, dass die Workshops, für die man sich noch anmelden kann, gut besucht sein werden. Nach Andreas Hetfeld, den in den Niederlanden lebenden Künstler, dessen Ausstellung „Entfaltung“ vor zwei Jahren zahlreiche Besucher ins Wachauer Schloss lockte, hofft man beim Orlaverein, dass auch der Aufenthalt von Frank Lippold in der Wachauer Künstlerresidenz O66 bei Kunstinteressierten für eine gewisse Aufmerksamkeit im Rödertal sorgen wird. Vielleicht auch bei nicht so kunstaffinen Zeitgenossen, die einfach nur erfahren wollen, welche weiteren Möglichkeiten ein Baustoff wie Sperrholz bietet. Zeit bliebe noch genügend, bis zum 10. Oktober wird Frank Lippold in Wachau gastieren. (rk)

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