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Café soll ins Hermsdorfer Schloss

Architekt Torsten König und Gemeinderat Mirko Thomas haben ihre Ideen für das Haus nun vorgestellt. Einige davon überraschen.

Schloss Hermsdorf soll stärker mit Leben erfüllt werden. Die Ideen reichen von einem Festival bis hin zu einer zentralen Küche.
Schloss Hermsdorf soll stärker mit Leben erfüllt werden. Die Ideen reichen von einem Festival bis hin zu einer zentralen Küche. © Archiv: Rene Plaul

Ottendorf-Okrilla. Am Ende der Veranstaltung hat es viel Beifall von den Besuchern gegeben. Für Architekt Torsten König sowie Gemeinderatsmitglied Mirko Thomas (CDU), den beiden Referenten des Abends. Zum Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe mit dem neugierig machenden Titel „Das grüne Schloss“ hatten die beiden am Donnerstagabend im Park des Hermsdorfer Schlosses ein geplantes Nutzungskonzept für das historische Gebäude präsentiert.

Ein Konzept, dass nach Ansicht etlicher Ottendorfer längst überfällig war. Das aber deutlich macht, dass man in der Großgemeinde allmählich die Zeichen der Zeit erkannt hat. Denn dass sich auch eine Kommune wie Ottendorf-Okrilla dem Wandel der Zeit stellen muss, dies sei unabdingbar, betonten König wie Thomas.

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Ottendorfer werden an Plänen beteiligt

Wandel, das heißt in Bezug auf das Schloss, dass die vorhandenen Potentiale künftig komplett genutzt werden sollen. Wie, das skizzierten am Donnerstagabend die beiden Redner. So möchte die Kommune in diesem historischen Schmuckstück aus dem 16. Jahrhundert ein Zentrum für nachhaltige Orts- und Regionalentwicklung einrichten. Ziel: „Wir wollen hier ein aktives Kommunikationszentrum haben“, so Torsten König.

Ganz wichtig: Ottendorfs Einwohner sollen bei der Konzeption für dieses neue Nutzungskonzept mit einbezogen werden, so Torsten König. Der bei dieser Gelegenheit auf die Initiative „Ottendorf-Okrilla im Wandel“ hinwies, die bereits einiges in der Kommune bewegt habe. Geplant ist auch die Gründung einer Orts- und Betreibergesellschaft, deren Aufgabe es sein soll, über Vermietungen - beispielsweise von Schlossräumlichkeiten - Gelder zu erwirtschaften.

Weiterhin Hochzeiten im Schloss

Da es in Sachsen „Burgen und Schlösser wie Sand am Meer gibt“, so Torsten König, müsse sich das Hermsdorfer Schloss perspektivisch in der inhaltlichen Ausrichtung von anderen historischen Gemäuern im Freistaat abheben. Denn, so König weiter, „ein Schloss alleine ist kein Garant für prosperierendes Wachstum“. Daher gebe es den Wunsch, hier ein Kommunikationszentrum zu etablieren. Gemeinderat Mirko Thomas wies darauf hin, dass das bisherige Angebotsspektrum des Barockschlosses mit Hochzeiten, Parkfesten und Lesungen erhalten bleiben soll.

In den vergangenen Jahren hatten sich etliche Ottendorfer immer wieder die Einrichtung einer Gastronomie im Schloss gewünscht. Nun, ein Schlosscafé ist jetzt ebenfalls ein Bestandteil des geplanten Nutzungskonzeptes. Damit nicht genug: Auf dem Schlossparkareal soll eine zentrale Küche eingerichtet werden. Etwa, „um die Kindergärten zu versorgen“, so Mirko Thomas. Sie soll auch fürs Catering von Hochzeiten respektive für die Schloss-Gastronomie genutzt werden. Sogar Übernachtungsmöglichkeiten sind geplant. Jedoch nicht im Schloss selbst, obwohl dort genügend Räumlichkeiten zur Verfügung stünden, sondern in einem unweit vom Schloss stehenden Mehrfamilienhaus sollen Apartments entstehen.

Mehr Platz für Kunst und Kultur

Dass das Schloss schon seit vielen Jahren in der Gemeinde ein Dauerthema ist, darauf hatten Thomas wie König im Rahmen ihres Vortrag häufig hingewiesen. Da habe es in der Vergangenheit immer wieder Nutzungsvorschläge gegeben. Als die Gemeinde vor zwei Jahren einen Ideenwettbewerb fürs Schloss ins Leben rief, war die Resonanz groß gewesen. Damals hatten rund 200 Ottendorfer Vorschläge eingereicht. Spätestens da wurde deutlich, wie sehr sich die Ottendorfer mit diesem Schloss identifizieren.

Kunst und Kultur sollen im Übrigen auch ihren Platz im Hermsdorfer Schloss bekommen. König wies darauf hin, dass man sich ein Recycling Art Festival vorstellen könne. So könnten Künstler während ihres Aufenthaltes aus wieder verwendbaren Materialien „interessante Dinge für das Schloss kreieren“, so König weiter.

Dinge, die das Schloss optisch aufwerteten. Auf jeden Fall, dies betonten beide Referenten, soll das Hermsdorfer Schloss ein „zentraler Ort der Gemeinschaft“ werden. Blieb am Ende die nicht unwesentliche Frage, wie die Gemeinde diese Pläne finanzieren will. Man hoffe darauf, das Nutzungskonzept mit Mitteln aus dem Strukturwandelfonds der Regierung bezahlen zu können, so Mirko Thomas. Da die Kommune Bauherr und Eigentümer sei, werde man sicher mit einer 90-prozentigen Förderung rechnen können, so das Gemeinderatsmitglied. Um Mittel für eine Machbarkeitsstudie habe sich die Gemeinde bereits „bemüht“, so Mirko Thomas weiter.

Die Vortragsreihe wird am Donnerstag, 24. Juni, um 19 Uhr fortgesetzt. Dann wird Gartenexperte Thomas Till vom Medinger Glashaus & Gartenkultur im Prinz-Hermann-Salon des Schlosses zum Thema „In Zukunft nachhaltig gärtnern“ Tipps für Balkon und Garten geben. Und dann, darauf wiesen die Organisatoren hin, werde es auch eine gastronomische Betreuung geben.

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