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CDU-Bewerber holt Bürgermeisteramt

Frank Eisold hat in Arnsdorf die meisten Stimmen geholt. Die Abstimmung fiel überraschend deutlich aus.

CDU-Bürgermeisterkandidat Frank Eisold hat die Wahl gewonnen. Er ist neues Gemeindeoberhaupt in Arnsdorf.
CDU-Bürgermeisterkandidat Frank Eisold hat die Wahl gewonnen. Er ist neues Gemeindeoberhaupt in Arnsdorf. © Marion Doering

Arnsdorf. Beim ersten Wahlgang war das Ergebnis denkbar knapp ausgefallen. Mit nur 26 Stimmen Vorsprung hatte der Kandidat des Bürgerforums 1990, Ilko Keßler (SPD), vor dem Zweitplatzierten Frank Eisold von der CDU gelegen. Überraschend deutlich fiel das Ergebnis diesmal aus.

CDU-Kandidat Frank Eisold kommt auf 48 Prozent aller abgegebenen Stimmen. 1.142 Arnsdorfer votierten für ihn. Ilko Keßler, der Kandidat des Bürgerforums 1990 kann 42 Prozent auf sich vereinen (995 Stimmen). Auf Platz drei kommt der AfD-Kandidat Detlef Oelsner mit zehn Prozent (242 Stimmen). Zwischen den beiden Erstplatzierten gibt es diesmal also eine Differenz von 147 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag mit 63 Prozent leicht unter der vom 20. September. Damals hatten 65 Prozent der Arnsdorfer Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

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Eisold: Oberschule voranbringen

Frank Eisold ist über das Ergebnis hocherfreut. „Ich bin sehr glücklich. Ich bedanke mich bei allen, die mir ihre Stimme gegeben haben, das ist ein sehr großer Vertrauensvorschuss“, sagte er am Abend. Er lädt jetzt alle Arnsdorfer zur Zusammenarbeit ein. „Es geht darum, die Gemeinde nach vorn zu bringen. Ich freue mich auf diese Aufgabe. Der Wahlerfolg ist ein erster Schritt, jetzt müssen wir unsere Ziele umsetzen.“ 

Nach den Gründen für seinen Wahlsieg gefragt, sagte Eisold: „Ich vermute, dass die Arnsdorfer einen Bürgermeister wollten, der im Ort wohnt, der hier präsent ist.“ Auch die Wahlkampfveranstaltungen in den vergangenen Tagen hätten sicher zum Erfolg beigetragen. „Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat mich noch einmal unterstützt. Dabei konnte ich meine Ziele den Bürgern noch einmal erläutern“, sagte er. Ihm geht es unter anderem darum, den Oberschulstandort voranzubringen und endlich mit dem Bau des Radweges nach Wallroda zu beginnen. Vor allem gelte es, den Haushalt der Gemeinde zu sanieren. „Das geht alles nur gemeinsam. Ich strebe deshalb eine enge Zusammenarbeit mit allen Gemeinderäten an“, sagte er.

Stimmen von AfD zur CDU gewandert?

Ilko Keßler gratuliert in einer ersten Reaktion dem Wahlgewinner Frank Eisold. „Ich denke, es wird eine gute Zusammenarbeit geben. Wir werden gemeinsam Arnsdorf und alle Ortsteile voranbringen. Im Gemeinderat geht es eher um Sachthemen, als um Parteizugehörigkeit“, sagte er. Ilko Keßler bedankt sich bei allen seinen Unterstützern. „Auch wenn der Abstand mit mehr als sechs Prozent zum Wahlgewinner deutlich ist, wir haben ein sehr gutes Ergebnis erzielt.“ Er vermutet, dass Stimmen von der AfD zur CDU gegangen sind. „Das haben vergleichbare Wahlen in anderen Kommunen gezeigt. So ist es auch in Arnsdorf gekommen.“ 

Detlef Oelsner (parteilos), der für die AfD für das Bürgermeisteramt kandidierte, spricht von einem erwartbaren Ergebnis. „Die Arnsdorfer haben taktisch gewählt. Etliche, die im ersten Wahlgang noch mich unterstützt haben, wählten jetzt Frank Eisold. Es ging ihnen darum, den Kandidaten des Bürgerforums zu verhindern.“ Als Vorsitzender der AfD-Fraktion will er jetzt abwarten, wie die Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister gelingt. „Frank Eisold ist ja politisch bisher kaum in Erscheinung getreten. Wir werden sehen, wie er sich positioniert“, sagte er. 

Damit hat die Gemeinde seit mehr als anderthalb Jahren wieder einen Bürgermeister. Das damalige Gemeindeoberhaupt Martina Angermann (SPD) war wegen eines Burnouts ab Februar 2019 krankgeschrieben. Ende vergangenen Jahres schied sie vorzeitig aus dem Amt.

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Bis Frank Eisold das Amt übernimmt, dürften noch einige Wochen vergehen. Am Dienstag trifft sich zunächst der Wahlausschuss der Gemeinde Arnsdorf, um das Ergebnis zu bestätigen. Dann muss es im Amtsblatt der Gemeinde veröffentlicht werden und schließlich muss das Landratsamt in Bautzen die Zahlen bestätigen.

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