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Corona: So ist die Situation an den Schulen im Rödertal

Schulleiter berichten von umsichtigem Verhalten der Eltern. Besondere Hilfe in Form von privat organisierten Luftfiltern bekam die Grundschule Liegau.

Von Thomas Drendel
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Alexandra Baumgärtel, Schulleiterin der Grundschule Liegau-Augustusbad, konnte in allen Klassenräumen besondere Luftfilter aufstellen.
Alexandra Baumgärtel, Schulleiterin der Grundschule Liegau-Augustusbad, konnte in allen Klassenräumen besondere Luftfilter aufstellen. © Christian Juppe

Radeberg. Im Landkreis Bautzen hat die Zahl der Corona-Infektionen sprunghaft zugenommen. Laut Robert-Koch-Institut stieg die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag auf 429,9. In den Krankenhäusern werden zahlreiche Menschen wegen einer Corona-Erkrankung behandelt. Einige Kliniken haben ein Besuchsverbot verhängt. Im Krankenhaus in Radeberg tritt es am Freitag in Kraft.

Wie ist die Situation in den Schulen im Rödertal? In der Grundschule Ottendorf hatte es vor den Herbstferien mehrere Coronafälle gegeben, wie Schulleiter Uwe Feierabend sagt. „Ich hatte befürchtet, dass die Entwicklung jetzt ähnlich weitergeht, doch momentan ist es bei uns glücklicherweise ruhig. Nach den Ferien ist kein Fall aufgetreten“, sagt er. Dreimal pro Woche werden die gut 200 Kinder der Einrichtung getestet. „Ich vermute, die positive Situation haben wir den umsichtigen Eltern zu verdanken. Ich weiß, dass etliche schon zu Hause ihre Kinder testen und teils auch ihre Kontakte begrenzen, um Ansteckungen zu vermeiden. Ich hoffe, dass auch weiterhin niemand erkrankt.“

Lehrer testen sich freiwillig

Ähnlich ist die Situation an der Oberschule in Ottendorf-Okrilla. „Auch wir haben seit Ende der Herbstferien keinen einzigen Fall“, sagt Schulleiterin Jana Noltemeier. „In den Familien wird selbst viel Vorsorge getroffen. Etliche testen ihre Kinder schon zu Hause, bei Symptomen werden sie erst gar nicht in die Schule geschickt.“ Aber auch an der Schule selbst wird alles getan, um Corona-Fälle zu vermeiden. „Sollte sich ein Schüler im Unterricht unwohl fühlen und Symptome an sich bemerken, dann kann er sich auch außerhalb der Testtage einem Schnelltest unterziehen“, so die Schulleiterin. Auch ihre Lehrerkollegen gehen sehr verantwortungsvoll mit der Situation um, sagt sie. „99 Prozent testen sich, obwohl sie dazu nicht verpflichtet sind, da sie vollständig geimpft sind.“

Im Humboldt-Gymnasium Radeberg hat es ebenfalls bisher keine positiven Tests gegeben, sagt Schulleiter Andreas Känner. „Allerdings ist die Zahl der Schüler, die wegen Corona derzeit nicht zum Unterricht kommen können, erheblich. 20 Kinder und Jugendliche sind betroffen. Sie wurden von ihren Eltern abgemeldet, weil Symptome aufgetreten sind oder es hat sich ein Familienmitglied infiziert, und der Schüler muss in Quarantäne. Eine so hohe Zahl hatten wir auf dem Höhepunkt der vorherigen Corona-Welle. Das macht uns Sorgen“, sagt der Schulleiter.

Dreimal pro Woche werden auch hier die Schüler getestet. Im gesamten Schulhaus, auch in den Klassenräumen und im Unterricht gilt Maskenpflicht. „Das Tragen der Maske während der Schulstunde ist immer noch eine Herausforderung für Schüler und auch Lehrer. Jeder muss lauter sprechen, die Mimik fehlt. Zwischenzeitlich war in Aussicht gestellt worden, dass die Regel gelockert wird. Angesichts der steigenden Zahlen ist das jedoch wieder vom Tisch.“

Firma übergibt Luftfilter an Grundschule

Auch in der Grundschule Liegau-Augustusbad sind die Eltern für die derzeitige Situation sensibilisiert, sagt Schulleiterin Alexandra Baumgärtel. „Seit den Herbstferien traten bei uns glücklicherweise noch keine Fälle auf. Das hat mit dem umsichtigen Verhalten der Eltern zu tun. Schon bei den ersten Anzeichen, bei Schnupfen oder Husten, behalten sie die Kinder zu Hause. Viele testen dann auch selbst.“ Auch geben etliche Mütter und Väter die Kinder vorsorglich bereits am Schuleingang ab, die Maskenpflicht wird eingehalten.

Mit einer zusätzlichen Vorkehrung kann die Schule jetzt das Risiko von Ansteckungen weiter verringern. „Wir konnten in jedem Klassenraum Luftfilter aufstellen“, sagt die Schulleiterin. Möglich wurde das durch ein Elternpaar, deren Kinder an der Liegauer Grundschule lernen. „Sie leiten die Firma Rheotest in Medingen. Dort waren ähnliche Geräte seit Mai im Einsatz und haben sich sehr bewährt. Da sind die Firmeninhaber auf die Idee gekommen, uns solche Luftfilter über den Schulförderverein zu sponsern“, berichtet Alexandra Baumgärtel. Zunächst wurde geklärt, ob die Geräte auch für Klassenräume geeignet sind, also die richtige Größe haben, leise arbeiten und auch vom Stromverbrauch her passen.

Auch die Stadt Radeberg stimmte als Betreiber des Schulgebäudes zu. Dann konnten sie in Betrieb genommen werden. „Als Eltern von zwei Grundschülern wollten wir unseren Teil zur allgemeinen Verbesserung beitragen. Es muss uns allen wichtig sein, dass unsere Kinder auch in der jetzigen Zeit betreut werden“, sagte Nadine Detlefsen von Rheotest. „Die Geräte helfen uns sehr. Jetzt muss nicht mehr in kurzen Abständen gelüftet werden. Das hat die Zimmer immer sehr ausgekühlt und es dauerte lange, bis es wieder warm war. Jetzt besteht nicht die Gefahr, dass sich Kinder erkälten, gerade angesichts der sinkenden Temperaturen, und die Ansteckungsgefahr wird natürlich auch verringert.“