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Von Null auf Hundert

Rico Pfeiffer und Frank Eisold sind die neuen Rathauschefs in Ottendorf und Arnsdorf. Der eine ist als Krisenmanager gefragt, der andere hat große Erwartungen.

Einst Bauhofleiter, jetzt Bürgermeister: Rico Pfeiffer hat die Amtsgeschäfte in Ottendorf-Okrilla übernommen.
Einst Bauhofleiter, jetzt Bürgermeister: Rico Pfeiffer hat die Amtsgeschäfte in Ottendorf-Okrilla übernommen. © René Meinig

Ottendorf-Okrilla/Arnsdorf. Dass es eine Amtszeit wird, die mit gewaltigen Herausforderungen verbunden ist, dämmerte den beiden bereits im Sommer. Da steckten der Arnsdorfer Frank Eisold (CDU) und der Ottendorfer Rico Pfeiffer (parteilos) mitten im Bürgermeisterwahlkampf und wurden täglich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie konfrontiert. Zum einen durch die Einschränkungen im Wahlkampf, zum anderen, weil die Corona-Krise auch ihre Gemeinden fest im Griff hat.

Seit Anfang November ist nun der Ottendorfer Rico Pfeiffer als frisch gekürter Rathauschef im Amt und war gleich vom ersten Tag an als Corona-Krisenmanager gefragt. Trat doch an seinem ersten Arbeitstag der bundesweite Teil-Lockdown in Kraft. Die erste Woche in seiner neuen Funktion als Bürgermeister empfand der ehemalige Bauamtsleiter „als sehr spannend“.

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Auf derartig aufregende Momente bereitet sich sein Amtskollege Frank Eisold gegenwärtig noch vor. Bevor er seinen Job im Arnsdorfer Rathaus antritt, bleibt ihm noch etwas Zeit. Eisold, der bis zum 30. November als Produktmanager bei einem regionalen Unternehmen angestellt ist, hat derzeit ein paar freie Tage, wird am 1. Dezember in der Gemeindeverwaltung beginnen.

Der Auftakt von Pfeiffers siebenjähriger Amtszeit begann in klassischer Manier: mit einer Vorstellungsrunde am ersten Tag. Gleich drei Ansprachen habe er in der Gemeindeverwaltung gehalten, so Pfeiffer. Im Haupt- und Bauamt sowie in der Kämmerei. Am Abend leitete er zum ersten Mal in seiner neuen Funktion die Gemeinderatssitzung. Pfeiffer: „Da war ich schon nervös.“ Es sei ja ein Unterschied, ob man eine solche Veranstaltung leitet oder einfach nur an ihr teilnimmt.

Corona war vom ersten Tag an natürlich dominierend. Pfeiffer: „Im Wahlkampf war das für mich gar kein Thema, aber hier muss ich mich jetzt intensiv damit beschäftigen, ist ja klar.“ Gleich zu Beginn des Teil-Lockdowns mussten Entscheidungen getroffen werden. Etwa, dass das Rathaus nur noch für diejenigen offen ist, die dort einen Termin haben., oder dass man bei jedem Besuch Kontaktdaten hinterlegen muss.

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Das sei leider nicht bei allen auf Verständnis gestoßen, sagt Pfeiffer. Langandauernde Besprechungen habe er gehabt, zahlreiche Einzelgespräche geführt, sich Gedanken gemacht, ob Mitarbeiter demnächst auch im Homeoffice arbeiten können und sollen. Von Null auf Hundert, so kann man seinen Einstieg in das Bürgermeisteramt bezeichnen.

Und dazu die Corona-Pandemie mit ihren mittelbaren und unmittelbaren Auswirkungen auf die 10.000 Einwohner zählende Großgemeinde. Aber: „Wir sind hier auf alle möglichen Szenarien vorbereitet“, gibt sich der Ottendorfer Bürgermeister zuversichtlich.

Frank Eisold ist der neue Bürgermeister in Arnsdorf. Im Dezember tritt er sein Amt an.
Frank Eisold ist der neue Bürgermeister in Arnsdorf. Im Dezember tritt er sein Amt an. © Marion Doering

Arnsdorfs erster Bürger erzählt, dass er in den vergangenen Wochen an einigen Vorberatungen in der Gemeindeverwaltung teilgenommen habe. Wichtig für ihn, um sich von den Problemen in der Kommune wenigstens punktuell einen Eindruck machen zu können. Mehr gehe im Moment nicht. Denn: „Ich bin noch nicht entscheidungsfähig“, so Eisold. Der, wenn man so will, sich in diesen Wochen in einer Art Zwischenzustand befindet, einem beruflichen Vakuum. Seinen Vorsitz im örtlichen Karnevalsverein habe er jüngst niedergelegt, um künftig etwaige Interessenskonflikte zu vermeiden. Als Mitglied bleibe er dem Verein jedoch erhalten.

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Welche weiteren Entscheidungen bei einer eventuellen Verschärfung des zweiten Lockdowns in Arnsdorf getroffen werden müssen, dazu könne er nichts sagen, so Eisold, aber er stehe in regem Kontakt mit der Hauptamtsleiterin. Fest steht auf jeden Fall: Frank Eisold ist bereit, steht in den Startlöchern, bereitet sich auf seine neue Tätigkeit vor: „Es geht allmählich voran.“ Schon bald will er auch die Themen angehen, die im Mittelpunkt seines Wahlkampfes standen. Da ist der geplante Radweg nach Wallroda, das Oberschulprojekt steht ganz weit oben auf seiner Agenda.

Es sind besondere Zeiten für die neuen Rathauschefs von Arnsdorf und Ottendorf-Okrilla in dieser Position mit dieser Verantwortung anzugehen. Beide wissen genau, dass Covid-19 für sie selbst wie auch für ihre Kommunen eine wahnsinnige Herausforderung werden wird. Müssen sich die neuen Rathauschefs neben dem Corona-Krisenmanagement in den kommenden Wochen auch intensiv mit den Haushaltsplänen ihrer Gemeinden beschäftigen, die ja in diesen pandemischen Zeiten in Schieflage geraten sind. Das ist etwas, was diese beiden Bürgermeister unter Druck setzen und woran man beide ebenfalls messen wird.

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