merken
PLUS Radeberg

Heiß auf „Rock im Herbst“

Johannes Baumgärtel hat das Festival mit großem Aufwand organisiert. Jetzt sind bereits alle Tickets weg.

Johannes Baumgärtel in seinem Büro in Feldschlößchen. Von hier aus organisieren er und Rene Brückner unter anderem das Festival. Beide sind Inhaber der Eventagentur „B&B event and music“.
Johannes Baumgärtel in seinem Büro in Feldschlößchen. Von hier aus organisieren er und Rene Brückner unter anderem das Festival. Beide sind Inhaber der Eventagentur „B&B event and music“. © Archiv: Marion Doering

Von Nick Rösler

Feldschlößchen. Ein Konzert mit mehreren Bands auf die Beine zu stellen, ist eine schwierige Sache. Während der Corona-Pandemie und auch noch in einen 700-Einwohner Dorf ist das beinahe unmöglich.

Anzeige
Unser Datenschatz, zukunftssicher gemacht
Unser Datenschatz, zukunftssicher gemacht

Das Verwahren und Transparent machen von Forschungsergebnissen auf nationaler Ebene ist ein Mammutprojekt – bei dem die TU Dresden ganz vorn mit dabei ist.

Doch Johannes Baumgärtel will mit seinem Team genau das tun. Am Sonnabend, dem 2. Oktober, wird in Feldschlößchen bei Radeberg „Rock im Herbst“ stattfinden. Mit „Knorkator“ haben die Veranstalter dieses Jahr eine international bekannte Band eingeladen. Die Musiker sind unter anderem beim Eurovision Song Contest aufgetreten. „Knorkator“ sind für spektakuläre und ungewöhnliche Bühnenshows berüchtigt, und werden gegen 22.30 Uhr als Highlight des Abends auf der Bühne stehen. Zuvor werden die Bands Helium 5, Lesly’s Dynamite und Shirley Holmes den Zuschauern einheizen. Los geht es um 18 Uhr.

Die schlechte Nachricht: Das Festival ist bereits ausverkauft. „Eigentlich wären mehr als 1.300 Zuschauer möglich, doch aufgrund der aktuellen Corona-Situation müssen wir leider die Kapazität verringern. Dadurch ist das Festival nun bereits ausverkauft“, sagt Johannes Baumgärtel. Ein Teil der Karten war schon im vergangenen Jahr verkauft worden, dann konnte das Festival wegen der hohen Inzidenzwerte nicht stattfinden. „Viele behielten ihre Tickets. Die restlichen waren in diesem Jahr schnell weg.“

Busshuttle zwischen Dresden und Feldschlößchen

Für alle Glücklichen, die eine Karte ergattern konnten, bieten die Veranstalter einen Busshuttle zwischen Dresden und Feldschlößchen an. Dieser bringt die Konzertbesucher ab 18 Uhr stündlich von Dresden Albertplatz zum Konzertgelände in Feldschlößchen. Allerdings ist dafür ein extra Ticket notwendig. Das gibt es auf der Homepage von „Rock im Herbst“. Preis: zwei Euro für die Hin- und Rückfahrt.

Gemeinsam mit Gesundheitsamt und Ordnungsamt hat der 40-Jährige ein Hygienekonzept erstellt, bei dem neben der Kontaktnachverfolgung auch die 3G-Regel eine Rolle spielt. Zugang zum Konzert erhalten die Gäste also nur, wenn sie eine Corona-Schutzimpfung nachweisen, die Krankheit überstanden haben oder einen tagesaktuellen Test vorweisen können. Außerdem müssen alle Besucher einen Kontaktnachweis vorlegen. Ein entsprechendes Formular steht auf der Rock-im-Herbst-Homepage zum Herunterladen bereit. Der Nachweis kann auch digital über eine Corona-Warn-App erfolgen.

Damit am Ende keiner draußen stehen muss, soll es auch vor Ort die Möglichkeit geben sich testen zu lassen. Die Tests werden von geschultem Personal vorgenommen. Außerdem kann jeder eigene Schnelltests mitbringen. Auch hier schauen ausgebildete Mitarbeiter genau hin. Über die genauen Corona-Regeln sollten sich Besucher vorab auf der Homepage des Festivals informieren. „Die Auflagen bedeuten für uns nicht nur einen erhöhten zeitlichen Aufwand, sondern sorgen auch für ein wirtschaftliches Problem, da durch die verringerte Kapazität ein großes finanzielles Loch entsteht“. Hilfe soll nun vom Bund in Form der Sonderfonds für Kulturveranstaltungen kommen. Ob das Geld am Ende auch gezahlt wird, ist allerdings noch unklar. Zwar ist das Festival dafür registriert, der endgültige Antrag kann aber erst danach gestellt werden.

Rock im Herbst findet seit 2008 statt, anfangs noch unter dem Namen „Krieger im Herbst“. Dennoch war die Organisation für 2021 ein Neuanfang. 2018 und 2019 hatte das Festival pausiert, 2020 fiel es wegen Corona aus. „Von der Technik bis zum Catering mussten wir neue Kontakte knüpfen, trotz jahrelanger Arbeit auf diesem Gebiet.“ Dennoch wollten Johannes Baumgärtel und Rene Brückner, Mitinhaber der Eventagentur „B&B event and music“, das Festival in diesem Jahr unbedingt über die Bühne bringen. „Es geht um frischen Wind in der Provinz. Wir wollen der Kultur endlich wieder eine Chance geben. Die Branche ist schließlich durch Corona besonders gebeutelt, vom Tontechniker bis Frontsängerin hatten hier tausende Menschen monatelang keine Chance, ihrer Arbeit nachzugehen.“

Baumgärtel organisiert nicht nur „Rock im Herbst“, sondern auch das große „Knorpelschänken Enduro“ sowie das „Mondscheinbaden“ im Wachauer Freibad. Beide Events fielen Corona und den damit verbundenen Auflagen dieses Jahr zum zweiten Mal zum Opfer.

Mehr zum Thema Radeberg